2. März 2010. Das ist schon bemerkenswert: meedia.de hat in den vergangenen Tagen eine Liste mit den angeblich “besten Medien-Apps” veröffentlicht – dabei Applikationen von Radiomachern schlichtweg ignoriert. Dabei haben Deutschlands Hörfunker das mobile Internet als zusätzlichen Verbreitungsweg für ihre Programme längst entdeckt. Viele Sender bieten inzwischen Applikationen für Smartphones an, die weit mehr können, als nur Radiosendungen zu übertragen. “MDR-Sputnik” gehört sogar zu den Pionieren der deutschen “App-Szene”. Die Jugendwelle des Mitteldeutschen Rundfunks lancierte bereits im November 2008 eine der ersten Medien-Apps. In diesem Januar hat “Sputnik” ein Studiokonzert mit der Hamburger Indie-Rockgruppe “Tocotronic” in bester Bild- und Tonqualität live für “iPhones” übertragen. Mit der Applikation des “ersten deutschen Fußballsenders 90elf” sind die Übertragungen aller Spiele der 1. und 2. Bundesliga mobil zu empfangen und “Hit Radio FFH” bietet auf seiner App Live-Bilder von den neuralgischen Verkehrsknotenpunkten in Südhessen.
Weil das Radio von den etablierten Mediendiensten – wie auch in diesem Fall – häufig stiefmütterlich behandelt wird, haben wir bei Hoerfunker.de einen ausführlichen Hintergrund dem Thema “Radio-Apps” gewidmet. Die Erkenntnisse aus intensiven Gesprächen mit Radiomachern über ihre Ambitionen im so genannten mobilen Internet sind in dem Beitrag “Großer Tummelplatz für das Radio” nachzulesen. Dem Thema hat sich übrigens auch blogmedien in den “Notizen eines APParatschiks” angenommen.
9. Februar 2010. “Deutscher Radiopreis wird im September erstmals verlieren” titelt der Evangelische Pressedienst epd medien in seiner Ausgabe 9 vom 6. Februar 2010. Ein Druckfehler, weiter nichts. Doch hoffentlich kein böses Omen für die Radiobranche.
Der "verlorene" Radiopreis - Auszug aus "epd medien"
Die öffentlich-rechtlichen und privaten Hörfunksender haben sich nämlich endlich zusammen gerauft und wollen am 17. September 2010 zum ersten Mal in der bald neunzigjährigen Geschichte des deutschen Radios die herausragenden Leistungen eines Jahres im Medium Radio auszeichnen. Die Galaveranstaltung aus dem angesagten “Schuppen 52″ im Hamburger Freihafen wird live im Radio und als Zusammenfassung zeitversetzt im NDR-Fernsehen gesendet.
Es wird wahrhaftig Zeit, dass die Radiosender einmal von sich reden machen wollen und aus dem Schattendasein eines “Nebenbeimediums” heraustreten, von dem die Medienseiten der Zeitungen kaum Notiz nehmen. Nicht von ungefähr gibt es seit 5 Jahren die “Radiozentrale”, eine Gattungsinitiative, “die sich mit Leidenschaft für das Werbemedium Radio engagiert”, so Geschäftsführer Lutz Kuckuck.
Warum es so lange gedauert hat, einen solchen Radiopreis ins Leben zu rufen, mochte auf der Pressekonferenz keiner beantworten. Fakt ist, dass vor fünf Jahren ein ähnliches Unterfangen, die “German Radio Awards”, nach einem finanziellen Desaster sofort wieder eingestellt wurden. Die öffentlich-rechtlichen Stationen nahmen an dem Radio-Award nicht teil, ein maßgeblich an der Preisorganisation beteiligter Radiomanager verließ seinen Sender.
Nun also ein 2. Anlauf; diesmal seien alle mit im Boot, versicherte Lutz Kuckuck von der Gattungsinitiative “Radiozentrale”. In der Branche wird allerdings gemunkelt, unter den Privatsendern herrsche noch Uneinigkeit über den Sinn des “Deutschen Radiopreises” – insbesondere im Hinblick auf die damit verbundenen Kosten und angesichts sinkender Werbeeinnahmen. Nach einem Bericht der Onlineausgabe des Fachblatts “Werben & Verkaufen” soll das Event eine halbe Million Euro verschlingen. Wer das alles bezahlen wird, steht offenbar noch nicht so ganz fest. Der größte deutsche Werbezeitenvermarkter “Radio Marketing Service” (RMS) soll seine Mitwirkung zumindest noch nicht bestätigt haben.
Mehr über den 1. Deutschen Radiopreis steht bei hoerfunker.de
31. Januar 2010. Was soll man über diesen Mann schreiben, was nicht sowieso schon jeder im Netz wüsste? Er soll sich selbst vorstellen: “Mein Name ist Sascha Lobo. Ich bin Autor, Blogger, Microblogger und Strategieberater mit den Schwerpunkten Internet und Markenkommunikation. Ab und zu halte ich Vorträge oder nehme an Podiumsdiskussionen teil.” – Zu denen er dann manchmal doch nicht kommen kann, was zu ihrem Leidwesen die Veranstalter der Medientage München im vergangenen Oktober erfahren mussten und an seiner Stelle den völlig anders gestrickten Diva- (manche sagen Alpha-) Blogger Don Alphonso auf die Podiumsbühne setzten.
Die Bundeszentrale für politische Bildung, Veranstalter des Forums Lokaljournalismus vom 27. bis 29. Januar in Dortmund, hatte da mehr Glück. Sascha Lobo war einer der Wunschkandidaten für die Abschlussdiskussion zur Zukunft der Lokalredaktionen und mischte die Runde von Chefredakteuren und Medienwissenschaftlern dann auch entsprechend auf.
Podiumsdiskussion auf dem Forum Lokaljournalismus
Zum Ende der Talkrunde folgte eine versöhnliche Umarmung, die Lobo offensichtlich sehr am Herzen lag. Der Blogger, der für das Projekt riesenmaschine.de schon viele Preise einheimste und sich geehrt fühlt, vom Berliner Stadtmagazin “Tip” dieses Jahr auf Platz 7 der 100 peinlichsten Berliner gekürt zu sein, gibt unumwunden zu, dass er sich zu wenig auskennt, wie lokale Redaktionen arbeiten. Bald wird er mehr wissen, denn vom Podium weg wurde Sascha Lobo von Wolfram Kiwit, Chefredakteur der Ruhr Nachrichten, eingeladen, einen Tag lang das Online-Geschäft des Dortmunder Medienhauses zu führen. Der “Erstkontakt” lief übrigens bereits während der Podiumsdiskussion über den Microblogging-Dienst Twitter. Genaueres lässt sich im Blog von Tobias Weckenbrock nachlesen.
Warum ihn das Interesse der Lokalzeitungen so positiv stimmt, weshalb das Radio die Zukunft nicht zu fürchten braucht und dass er sich auf alle Fälle das neue iPad von Apple kaufen wird, hat mir Sascha Lobo am Ende der bpb-Veranstaltung in einem Videointerview gesagt.
21. Januar 2010. Seit Montag dieser Woche ist ein neuer Sender deutschlandweit digital empfangbar über DAB, Kabel, Satellit und Internetstreams: Deutschlandradio Wissen. Auf knapp 7 Millionen € beläuft sich das Jahresbudget. DRadio Wissen ist primär ein Wort-Programm. Am ersten Sendetag wurden die Internetstreams rund 60.000 mal abgerufen. Der Sender setzt von Anfang an auf Kommunikation mit dem Hörer via Twitter, Facebook und Redaktionsblog. Ein umfangreicher Onlineauftritt begleitet das Programm und ergänzt es.
Hochgeschwindigkeitsreportage der DRadio Wissen Netzreporter von der Pressekonferenz zum Start des neuen Programms
Bei aktuellen Themen heißt das auch mal “online first”. Jeder Beitrag kann direkt kommentiert werden. Das neue Programm versteht sich als “Radiolabor mit Netzanschluss”. Das Sahnehäupchen ist die tägliche Redaktionskonferenz ab 18.30 Uhr, in der die Hörfunkredakteure ihr eigenes Programm zur Diskussion stellen. Mehr über das Radio mit Experimentiercharakter gibt’s bei Hoerfunker.de.
28. Dezember 2009. Getroffen” haben wir “Chippy” das Streifenhörnchen Ende August während unserer Ferien in der Region der “Thousand Islands” am St.-Lorenz-Strom in Kanada. Anfänglich noch scheu, konnte das pussierliche Tierchen bald den Erdnüssen nicht widerstehen, die wir als Köder für die Videoaufnahmen ausgelegt hatten. Zunächst fraß es Julia aus der Hand und kroch dann auch noch in die Erdnußtüte, um sich die besten Stücke für den Wintervorrat zu sichern.
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