Tagebuch US-Westen, Teil 19: Auf dem Highway Number One von Monterey nach San Simeon

Blick von der Highway Number One auf die Pazifik Küste südlich von Carmel

4. September 2010. Die Entfernung zwischen San Francisco und Los Angeles beträgt rund 720 Kilometer, wenn man – wie wir – dafür den legendären Highway Number One benutzt, die zumeist direkt entlang der Küste führt. Weil Inge darauf bestanden hatte, planten wir für diese Strecke allein vier Tage mit drei Übernachtungen in Monterey, San Simeon und Santa Barbara ein.

Eine Möwe wartet am Strand von Monterey auf die Reste von Julias Hot Dog

Ganz ehrlich – als wir am Morgen in Monterey zu unserer zweiten „Number-One-Etappe“ starteten, waren Julia und ich der Meinung, dass wir am besten an einem Tag nach Los Angeles durchfahren sollten. Über dem Ferienort hatte sich Hochnebel festgesetzt. Am Vormittag hatten sich nur wenige Touristen an den Strand von Monterey verirrt. Einige sahen zu, wie sich John und Lisa am „Lover’s Point“ trauen ließen. Als Julia in Form eines Hot Dogs ihr zweites Frühstück zu sich nahm, wartete schon eine Möwe auf mögliche Reste – vergeblich.

On the rocks - Julia und Inge auf Felsen am Scenic Drive bei Monterey

Am Lighthouse von Monterey erklärte uns ein Fremdenführer, dass wir mit dem Hochnebel durchaus noch gut bedient seien. Hier am Pazifik würden im Sommer dichte Nebelschwaden häufig sogar den Verkehr lahmlegen. Also beschlossen wir, für 9,50 Dollar den kostenpflichtigen Scenic Drive für die Weiterfahrt zum  Nobelbadeort Carmel zu benutzen. Von Meile zu Meile wurde das Wetter besser. Die aus dem Wasser herausragenden Felsen funkelten teilweise wie Eiswürfel in einem Glas: „On the rocks“. In Carmel, wo Clint Eastwood Ende der 80er Jahre Bürgermeister war, strahlte der weiße Sandstrand unter dem überwiegend blauen Himmel.
Julia und Inge bewundern das Naturschauspiel aus Wolken, Sonne, Felsen und Wasser
Also durchgehend blauer Himmel auf unserem weiteren Weg in Richtung Süden – Denkste. So abwechslungsreich wie die Landschaften, durch die uns der Highway Number One am Sonntag führte, gestaltete sich auch das Wetter: Mal dichter Nebel, wenige Hundert Meter weiter strahlender Sonnenschein und immer wieder das reizvolle Wechselspiel aus Sonne, Wolken, Meer und Bergen. Für die nur 150 Kilometer lange Strecke bis San Simeon brauchten wir sechs Stunden – so oft haben wir an Aussichtspunkten angehalten, fotografiert, gefilmt und uns vor allem an den spektakulären Naturkulissen erfreut.

Fazit: Die Fahrt auf dem Highway Nummer One von Monterey nach San Simeon zählt bislang zu den Höhepunkten unserer Reise durch Teile des Westens der USA. (Horst)

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