Tagebuch US-Süden, Teil 4: Am Myrtle Beach in South Carolina sind Badefreuden nicht ganz ungetrübt. Das liegt allerdings mehr an den „Regulations“ und weniger an Haien.

20. August 2011 (Horst). Unser „FDGB-Ferienheim“ liegt direkt am Grand Strand – wie hier der Myrtle Beach genannt wird. Der Sand ist weißer und weicher als beispielsweise an den berühmten Stränden Kaliforniens, die wir im letzten Jahr besucht haben. Und auch die Brandung des Atlantiks kann es nach unserem Eindruck durchaus mit dem Pazifik an der Westküste aufnehmen. Was könnte da näher liegen, als sich filmreif mit großem Anlauf in die Fluten des lauwarmen Wassers zu stürzen.

Stopp. Zuerst die „Safety Regulations“ lesen, die an allen Strandzugängen aushängen und  in den Urlauberzeitungen an prominenter Stelle abgedruckt werden. „Schwimmen Sie auf keinen Fall weiter als 50 Yards ins Meer hinaus“, ist dort beispielsweise nachzulesen.  Nun ja, „Schwimmen“ wäre da eher ein Kunststück. Nach rund 45 Metern sind an dem flach abfallenden Strand kaum die Hüften bedeckt. Und wer durch die Strömung doch  ins Meer hinaus gezogen wird, sollte Ruhe bewahren und „per Handzeichen auf seine Notsituation aufmerksam machen“.  Man stelle sich das einmal bildlich vor. Da können „in Seenot“ geratene Urlauber nur hoffen, dass Nancy deren lautlosen Handzeichen auch bemerkt.

Nancy ist „Life Guard“ am Strandabschnitt vor unserem „FDGB-Ferienheim“. Ihr Arbeitsplatz ist ein Hochsitz, von dem aus sie die Badegäste im Auge hat, wenn sie gelegentlich von ihrem Smartphone aufblickt, was eher selten vorkommt. Bereitwillig beantwortet sie auch die Fragen verunsicherter Urlauber aus Germany – so wie die von Inge: „Stimmt es, dass es hier Haie gibt?“ Nööh, das mit den Haien sei kein Problem, beruhigt uns Nancy, die seien hier am Myrtle Beach ziemlich klein und würden sich ohnehin meistens nur an der Pier herumtreiben. Wenn sie doch einmal ein größeres Exemplar in Strandnähe sichten sollte, würde sie uns schon rechtzeitig warnen. Vorausgesetzt, dass Nancy nicht gerade intensiv ihr Smartphone bearbeitet…

Nach Klärung dieser Sicherheitsfragen haben wir uns dann endlich ins Meer gestürzt, eine Menge Spaß beim Rumtollen in der überschaubar hohen Brandung gehabt und uns richtig großen Hunger für das Abendessen geholt. Auch heute Abend geht’s wieder in ein Seafood-Restaurant, die hier am Myrtle Beach wirklich ganz besonders gut und dazu auch noch preiswert sind.

P.S. Die letzte registrierte tödliche Hai-Attacke soll es an der Küste von South Carolina übrigens im Jahr 1882 gegeben haben. Viel gefährlicher soll’s dagegen an den Küsten von Florida sein – aber da haben wir ja schon Angst vor Alligatoren, Krokodilen, Giftschlangen, Skorpionen und anderem Getier.

3 Kommentare zu “Beware of Sharks

  1. wowww – toller Schreibstil Inge – aber wo sind die tollen Villen auf Stelzen am Strand? Den Hurricanes zum Opfer gefallen? Um die Crabs beneide ich Euch und freue mich auf die naechsten Etappen in den Carolinas, vor allem Charlotte. Love Gisi

  2. Die Villen auf Stelzen finden wir hoffentlich noch auf Hilton Head Island, liebe Gisi – hier gibt’s Bettenburgen, soweit das Auge reicht. Trotzdem prima zum ersten Relaxen!

  3. Statistisch gesehen wird man eher vom Toaster umgebracht als von einem Hai 🙂

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