2011 USA-Südosten Reisetagebücher

Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel

Tagebuch US-Süden, Teil 8: In Savannah haben wir nach Spuren von Forrest Gump gesucht und uns dabei ziemlich nasse „Hintern“ geholt.

24. August 2011. Es gab genau drei gute Gründe dafür, warum wir den Mittwoch nicht am herrlich breiten Strand direkt vor unserem Hotel auf Hilton Head Island verbracht haben, sondern in das etwa 70 Kilometer entfernte Savannah in Georgia gefahren sind:

1. Wir mussten planmäßig unseren Mietwagen tauschen, um Rückführungsgebühren zu sparen. Also sind wir heute Nachmittag in unseren „Chevi HHR“ bei „Alamo“ am Flughafen von Savannah vor-  und mit einem tatsächlich nagelneuen „Jeep Patriot“ wieder abgefahren. Nach Überzeugung von Julia war das „ein gutes Geschäft“, weil sie jetzt mehr Platz auf dem Rücksitz hat.

Gut so – die lange Fahrt hinunter nach Florida steht uns am Samstag erst noch bevor – aber nur, wenn „Irene“ nicht doch noch Einwände dagegen hat. Zurzeit sieht es allerdings so aus, als sollten wir von dem für Freitag auf unserem Breitengrad erwarteten Hurrikan hier in Hilton Head Island an der Südspitze von South Carolina ganz verschont bleiben.

2. In Savannah wurden vor 18 Jahren Teile von Horsts Lieblingsfilm „Forrest Gump“ gedreht. Jetzt wollte „unser Papa“ unbedingt auf der Bank Platz nehmen, auf der Tom Hanks in dem sechsfach mit dem Oscar ausgezeichneten Film Pralinen verteilte. Ihr erinnert euch sicher: „Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel: Man weiß nie so genau, was drinsteckt.“

Das mit der Bank hat nicht geklappt – das Original steht längst im historischen Museum von Savannah. Den ehemaligen Standort konnten wir allerdings mit Unterstützung einer freundlichen Dame im Visitor Information Center herausfinden. Tom Hanks, alias Forrest Gump, saß damals im Jahr 1993 bei den Dreharbeiten auf einer Parkbank am Rande des Chippewa Square, einem der vielen kleinen Parks im Stadtgebiet, die zu den  Besonderheiten von Savannah zählen.

3. Sehenswert ist auch die River Street. Die Bummelmeile mit bunten Souvenirläden, netten Restaurants und Cafés liegt direkt am Savannah River, der die rund 130.000 Einwohner zählende Stadt im Südosten Georgias mit dem gut 20 Kilometer entfernten Atlantik verbindet. Einen besonders schönen Blick auf den Hafen und die mächtige Savannah Bridge hat man vom Balkon in „Tubby’s Tank House“. Während der Raddampfer  „Georgia Queen“ zu einer Hafenrundfahrt ablegte, haben wir dort in der warmen Mittagssonne Scampis in verschiedenen Variationen probiert.

Kurze Zeit später – auf dem Rückweg zu unserem Mietwagen – erlebten wir am eigenen Leibe, dass Sommerregen in den US-Südstaaten zwar lauwarm sind, dafür verdammt heftig ausfallen können. Innerhalb weniger Minuten stand das Wasser knöcheltief in den Straßen von Savannah. Während Julia und ich in unseren Flip-Flops weniger Probleme hatten, schimpfte Horst wie ein Rohrspatz, als er notgedrungen Barfuß zu unserem Mietwagen zurück „waten“ musste. Nicht, dass jetzt Jemandem ein weiteres Zitat aus „Forrest Gump“ einfällt: „Dumm ist der, der Dummes tut.”

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