Tagebuch US-Süden, Teil 10: Glückliches Hilton Head Island – „Irene“ zog ohne Schäden anzurichten einfach vorbei.

26. August 2011. (Horst) Inges erste Order des Tages kam am Freitagmorgen gegen 08.00 Uhr: „Wir müssen unser Auto umparken!“ Der Blick aus dem Fenster auf den Atlantik war heute Morgen tatsächlich furchteinflößend. Die Wolken hingen dicht und in eigenwilligen Konstellationen über dem Wasser. Wir hatten den Eindruck, dass trotz aller vorherigen Entwarnungen jeden Augenblick ein mächtiger Sturm auch auf Hilton Head Island losbrechen könnte. Keine zehn Minuten später waren die Wolken aufgerissen und die Sonne lugte hervor.

So in etwa verlief der ganze Tag. Ab mittags zeugten zusätzlich kurze Wolkenbrüche davon, dass „Irene“ etwa 300 Kilometer östlich an unserem derzeitigen Urlaubsort vorbeizog. Uns erwischte die erste „Dusche“, als wir gerade die South Beach Marina an der äußersten Spitze von Hilton Head Island besuchten. Der heftige Regen trieb uns geradezu in die „Land’s End Tavern“. Die Spezialität dieser urigen Kneipe direkt am Wasser ist der „Crab Burger“, bei dem statt Rind- Krebsfleisch verarbeitet wird. Einfach köstlich.

Die weiteren „Duschen“, unter anderem am Leuchtturm in Harbour Town, konnten uns dann nichts mehr anhaben. Als wettererprobte Deutsche sind wir schließlich auch in tropisch anmutenden Klimazonen wie South Carolina stets mit Regenjacken ausgestattet, was von restlos durchnässten amerikanischen Touristen neidvoll registriert wurde.

Am frühen Abend herrschte am Strand vor unserem Hotel fast so etwas wie Partystimmung. Urlauber und Einheimische waren erleichtert, dass der Hurrikan an Hilton Head Island vorbeigezogen war, ohne Schäden anzurichten. Einige Touristen wagten sich sogar schon wieder ins Meer. Auch wir sind froh, dass wir keine nähere Bekanntschaft mit „Irene“ machen mussten. Gleichzeitig denken wir besorgt an diejenigen, die der Hurrikan in den nächsten Tagen entlang der amerikanischen Ostküste bis nach New York und darüber hinaus wohl ziemlich sicher mit voller Wucht treffen wird. Dabei geht mir der Titel „Lost and found“ schon den ganzen Tag durch den Kopf, den die „Kinks“ vor 25 Jahren veröffentlichten:

Waiting for the hurricane to hit New York City.
Somebody said it’s hit the bay this is the nitty gritty.
And all the bag ladies better put their acts together.
We’re near the eye of the storm this is really heavy weather.
We were lost and found…

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