2011 USA-Südosten Reisetagebücher

Zaungäste einer Katastrophe

Tagebuch US-Süden, Teil 11: Von Hilton Head Island nach Orlando in Florida.

27. August 2011. (Horst) Während wir heute unsere Ferienreise entlang der amerikanischen Ostküste in Richtung Florida fortsetzten, kamen uns viele Helfer auf dem Weg in die Katastrophengebiete im Norden entgegen. Auf der gut 500 Kilometer langen Strecke von Hilton Head Island an der Grenze von South Carolina zu Georgia nach Orlando in der Mitte Floridas sahen wir auf der Interstate 95 immer wieder Konvois mit Rettungswagen und schweren Räumfahrzeugen.

Unterwegs haben wir versucht, aktuelle Informationen über den Verlauf und die Auswirkungen des Hurrikans zu erhalten. Das war gar nicht so einfach. Die Radiosender in Georgia und Florida, die wir auf der Autofahrt empfangen konnten, berichteten kaum über „Irene“. Im „Florida Welcome Center“ bei Jacksonville lief zumindest „CNN Headline News“. Abends im Hotel in Orlando sahen wir skurril anmutende Reporter der amerikanischen Fernsehsender, die von stürmischen Stränden, teilweise bis zur Hüfte im Wasser stehend, aus dem Hurrikangebiet berichteten.

Das lag heute in North Carolina – in dem Bundesstaat in dem wir vor zehn Tagen zu unserer Reise durch Teile des US-Südens gestartet sind. „Irene“ hat dort schwere Schäden angerichtet und nach Berichten der US-Fernsehsender mindestens neun Todesopfer gefordert. Angesichts dieser Katastrophe – und der vermutlich noch schlimmeren Schäden, die der Hurrikan in den nächsten Tagen anrichten wird – ist unser Urlaub längst nicht mehr so unbeschwert wie er am Mittwoch vor einer Woche in Charlotte begonnen hatte. Wir fühlen uns wie Zaungäste einer Katastrophe – und dabei auch irgendwie hilflos.

Top