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Jetzt haben wir nur noch einen Vogel

Abschied von Caesar. Wir sind ganz traurig – unser süßer Wellensittich ist tot.

20. September 2011. (Horst) Mein „Home-Office“ habe ich heute im Wohnzimmer eingerichtet. Ich mag Cleo nicht allein lassen. Die sitzt neben mir in ihrem großen Käfig und macht fast ununterbrochen einen ohrenbetäubenden Lärm. Das sonst so „coole“ Wellensittich-Weibchen ruft nach Caesar – doch der antwortet nicht mehr. Der „kleine Mann“, wie wir unseren süßen und stets quicklebendigen gelb-blauen Vogel immer nannten, ist tot. Als wir heute Morgen ins Wohnzimmer kamen, lag er regungslos auf dem Boden des Käfigs.

Es ist unglaublich, welch große Bedeutung Julias Wellensittiche für die ganze Familie erlangt haben. Dabei war ich zunächst eigentlich dagegen, als Julias Oma ihr die beiden Vögel zum zehnten Geburtstag schenkte: „Die machen eine Menge Lärm und viel Dreck.“ Stimmt – und trotzdem haben wir Caesar und Cleo schon nach wenigen Tagen lieb gewonnen.

Zunächst beobachteten wir die Beiden, zum Beispiel wenn sie heftig und lautstark miteinander stritten um sich kurz darauf mit „heißen Schnäbleien“ wieder zu vertragen. Unsere Wellensittiche wurden immer zutraulicher, flogen auf unsere Schultern und zupften zu gern an meinen – wenigen – Haaren. Aus Julias Geburtstagsgeschenk waren nach kurzer Zeit fast so etwas wie Familienmitglieder geworden. Der Vogelkäfig wurde bald durch eine großzügige Innen-Voliere ersetzt, die ein gutes Stück unseres Wohnzimmers einnimmt. Freunde und Bekannte, die uns besuchen, mögen gelegentlich denken: „Die haben doch ‘nen Vogel.“ Nein, wir hatten zwei – bis heute Morgen.

Schon vor unserem Urlaub begann Caesar zu kränkeln. Eine Tierärztin hier in Stephanskirchen, die sich mit viel Hingabe um unseren „kleinen Mann“ kümmerte, diagnostizierte Mitte August eine schwere Lungenkrankheit. Wir ließen Caesar seinerzeit nicht einschläfern, weil uns der freundliche Zoohändler Mut machte, bei dem Oma die Wellensittiche vor gut drei Jahren gekauft hatte. Er nahm während unserer Ferien die beiden Piepmätze „in Pension“ und gab sie uns vor zehn Tagen – fröhlich zwitschernd zurück (Caesar und Cleo haben gezwitschert, der Zoohändler war fröhlich).

Dennoch wussten wir, dass Caesar uns bald verlassen wird. Dass es schon heute passiert ist, macht uns sehr traurig. Ob er leiden musste? Ich weiß es nicht. Gestern wirkte Caesar noch fröhlich und munter, flog sogar eine Runde durchs Wohnzimmer. Allerdings hatte mich die Tierärztin belehrt, dass Vögel – im Gegensatz zu Säugetieren – ihr Leid fast bis zum Ende verbergen, um nicht von ihrem Schwarm verstoßen zu werden.

Jetzt haben wir nur noch einen Vogel – das soll sich aber schnell ändern. Schließlich braucht die süße Cleo neue Begleiter. Unterdessen ruft sie  immer noch nach Caesar – vergeblich.

P.S. Eine liebevoll gemachte Website über Wellensittiche ist Birds-Online. Die Betreiberin Gaby Schulemann-Maier berichtet darin über die Erlebnisse mit ihren „gefiederten Lieblingen“ und gibt auch jede Menge Tipps zum richtigen Umgang mit Wellensittichen.

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