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Tina Kulow – die deutsche Stimme von Facebook

„Facebook – 901 Millionen Menschen gefällt das – warum eigentlich?“ fragt „Der Spiegel“ und hat dem Social Network aus Palo Alto in Kalifornien, das am 18. Mai an die Börse gehen will, diese Woche eine weitere Titelgeschichte gewidmet. Fakt ist: Facebook übt auf Journalisten eine ungemeine Faszination aus und aus anfänglicher Skepsis ist eine Art von Hassliebe geworden. Jeder kennt es und kaum ein Journalist kommt an der beruflichen Nutzung dieses Netzwerkes mehr vorbei.  Wo Journalisten sind, da sind auch viele Fragen. Wenn es um Facebook geht, dann muss man auf die Antwort aus Amerika oftmals recht lange warten. Dafür gibt es seit Februar 2011 eine deutsche Lösung: Sie heißt Tina Kulow und sitzt mit ihrem rund 20 köpfigen Team in Hamburg. Tina Kulow ist Facebooksprecherin für Deutschland, Österreich und die Schweiz – offiziell: „Corporate Communication Manager DACH“. Anfang der Woche war sie zu Gast beim “ Social Media Club München“, einem Netzwerk für Social Media Interessierte jeglicher Berufssparten.

Viele folgten dieser Einladung, um endlich einmal die deutsche Stimme von Facebook kennenzulernen, über die der PR-Report vom Februar 2012 noch schreibt, sie halte sich in der digitalen Welt vornehm zurück und ihre Bewegtbildauftritte ließen sich an einer Hand abzählen.

Hier kommt ein weiteres Video hinzu, für alle, die Tina Kulows Auftritt beim Social Media Club München versäumt haben.

Tina Kulow zeigt sich in München sympathisch und gut vernetzt, baut aber gleich vor, dass sie nicht alle Fragen beantworten könne, schließlich steht der Börsengang des Unternehmens kurz bevor. Da heißt es: Vorsicht.

Soviel jedoch: Schlank aufgebaut ist das Team in Hamburg. Seit kurzem gibt es eine neue Dependance in Berlin, die mit  zwei Leuten besetzt ist. Und nein, sie übersetzt nicht nur die ganze Zeit Pressemitteilungen aus Amerika für Europa. „Wir betreiben hier keine Aushilfstätigkeiten, sondern offene Kommunikation“, sagt Tina Kulow. Sie stellt Studien aus den USA vor. 200.000 neue Jobs habe das Unternehmen dort kreiert. Ähnlich positive Ergebnisse gebe es auch aus Europa.

Wir wollen Menschen vernetzen

„Facebook ist keine Suchmaschine, kein Emailanbieter, kein Fotoservice: Wir wollen Menschen vernetzen“, sagt Tina Kulow in München. Geduldig beantwortet sie Fragen zum neuen Design, der so genannten „Timeline“, zur Spiegel-Titelgeschichte der Woche, zur Möglichkeit, Daten bei Facebook zu löschen.

„Ist man als Deutscher im Facebook-Konzern schlecht angesehen, weil die Deutschen immer ein Haar in der Suppe finden?“, will ein Besucher wissen. „Nein“, sagt Tina Kulow, in Deutschland sei es nur ein wenig schwieriger. Hier habe sie es mit 16 Datenschützern zu tun, die alle eine unterschiedliche Meinung hätten. „Wir sind aber mit allen 16 in ständigem Kontakt.  Andere europäische Länder haben in der Regel nur einen Datenschutzbeauftragten,“ so die Facebook-Sprecherin.

Tina Kulow selbst betreibt seit 2007 einen Facebook-Account.  Ein Babyfoto findet man nicht in ihrer Timeline, es gäbe einfach kein schönes.  Ob Google+ oder Facebook das bessere Social-Network sei? Diese Frage müsse jeder selbst beantworten, meint Tina Kulow, schließlich sei es auch okay, wenn man nichts von beidem nutze.

Die einzige Konstante ist Veränderung

Die Frage, welches das größte Defizit sei, an dem Facebook arbeite, beantwortet Tina Kulow sehr persönlich: „Mein Defizit ist, dass noch immer viele nicht wissen, dass es mich gibt und zu wenige Journalisten meine Telefonnummer kennen. Das Defizit auszugleichen, daran arbeite ich.“

Auf dem Laptop der Pressesprecherin pappt ein dicker Aufkleber: „This journey is 1%  finished.“ „Das ist unser Leitmotto – wir sind noch ganz am Anfang, mit  viel Platz für Innovationen“, zeigt sich Tina Kulow zuversichtlich. Eine Konstante bleibe: „Facebook wird sich ständig verändern.“

Ihre nächste große Aufgabe, die sie sich mit ihrem Team vorgenommen hat, sei die Stärkung der Medienkompetenz. Man wolle mehr Aufklärung betreiben, um die Menschen für das Angebot des Social-Networks fit zu machen. Geplant sind verstärkte Aktionen mit Schulen, Eltern und Lehrern.

Am Rande des Events verriet sie mir dann noch, dass sie eigentlich mal Radiomoderatorin werden wollte. Im Dezember vergangenen Jahres war Tina Kulow beim Lokalradio Antenne Düsseldorf zu Gast und beantwortete Live in der 100. Ausgabe der Sendung mit dem Internet Hörerfragen – eine echte Deutschlandpremiere, die es bis jetzt in dieser Form nicht wieder gab. Der Podcast mit der aufgezeichneten Sendung steht weiterhin im Netz.

Eine weitere Zusammenfassung des Abends findet sich beim Social Media Club München/smcmuc.

Die Fotos des Abends hat Raimund Verspohl auf Facebook veröffentlicht.

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