8. Teil unseres Reisetagebuchs „East-West-Central“ mit der Überfahrt nach Vancouver Island in Kanada, einem herausragenden Abendessen und vielen Lichtern am Parlamentsgebäude von Victoria (Horst)

Gestern noch von einem Gerstenkorn geplagt – heute schon auf den Spuren von Kate Winslet – allerdings ohne Leonardo DiCaprio. Dank der insgesamt 229 Dollar teuren Salbe geht es Julia inzwischen schon viel besser. Auf unserer gut zweistündigen Überfahrt von Anacortes im Norden des US-Bundesstaates Washington nach Sidney auf Vancouver Island versuchte sich unsere Tochter als lebende Gallionsfigur am Bug eines Schiffes. Das war zum Glück nicht die Titanic, sondern die Autofähre „Chelan“, die an diesem Nachmittag vor allem mit Kanadiern besetzt war (und keinen Eisberg rammte).

Bei Kanadiern seien Ausflüge in die USA zurzeit sehr beliebt, erzählte uns ein nettes älteres Paar aus Victoria an Bord der Fähre. Grund sei die Stärke des eigenen gegenüber dem US-Dollar (der Kurs steht etwa bei 1:1), wodurch Kurztrips einschließlich ausgiebigen Einkäufen in den Vereinigten Staaten für Kanadier recht günstig geworden seien. Für uns ist Kanada dagegen längst nicht mehr das preiswerte Reiseland, das es noch vor einigen Jahren war; schon gar nicht in Victoria, der einzigen Metropole auf Vancouver Island und Station für zwei Tage auf unserer Ferienreise.

Von den „saftigen“ Preisen konnten wir uns beim Abendessen am Mittwoch selbst überzeugen. Nach ausgiebigem Studium von Restaurantempfehlungen bei „Yelp“ entschieden wir uns für das „Il Terrazzo“ im Stadtzentrum von Victoria, das nicht nur hervorragende Kritiken wegen seiner guten Küche bekommt, sondern obendrein auch noch im Hinblick auf die Preise als „moderate“ eingestuft wird. Nun ja: Unsere Rechnung für drei Personen belief sich auf fast genau 100 Euro, dabei hatten wir nicht einmal Wein. Dazu kamen noch einmal 10 Prozent Steuer und 15 Prozent Trinkgeld.

Dafür war der Gegenwert allerdings excellent: Julia schwärmte bis zum Einschlafen vom besten Caesar Salad, den sie je bekommen habe. Inge war von ihrem Lachs begeistert und ich hatte eine so gut abgestimmte Grillplatte, dass mir jetzt noch das Wasser im Mund zusammenläuft. Dazu war der Service so, wie man sich das in einem guten Restaurant wünscht: Freundlich, sehr aufmerksam, aber unaufdringlich. Wir haben unseren ersten Abend in Kanada bei diesem vorzüglichen Essen regelrecht zelebriert. (Sollten weitere Abendessen dieser Güte folgen, müssten wir allerdings einen Spendenaufruf starten….)

Victoria zelebriert den ganzen Sommer über den 150. Jahrestag als Hauptstadt der kanadischen Provinz British Columbia zu der auch die Millionenmetropole Vancouver gehört. Aus diesem Anlass gibt es unzählige Festivitäten und Veranstaltungen. Wir sind am Mittwochabend nach unserem Restaurantbesuch noch mitten in einem von chinesischen Einwanderern veranstalteten Straßenfest gelandet. Zum Jubiläum wurde auch das gesamte Hafenviertel als Mittelpunkt der rund 80.000 Einwohner zählenden Stadt „aufgehübscht“. Auf unserer abendlichen Rückfahrt zu dem etwas außerhalb gelegenen Motel haben wir noch kurz am Parlamentsgebäude angehalten. Das ehrwürdige Gebäude am Rande des Hafenbeckens wirkt nach Einbruch der Dunkelheit wegen der vielen Lichter fast wie ein überdimensioniertes Weihnachtshaus in Oberbayern.

1 Kommentar zu “Celebrating

  1. Liebe Inge,
    nur für dich zur Info. yelp gibt es mittlerweile auch in Deutschland. Also, wenn ihr wieder in der Heimat seid und hier auch eure ehrlichen Erfahrungen mit anderen Menschen teilen wollt, dann einfach auf yelp.de registrieren und losyelpen. Ich bin übrigens die Community Managerin von München und freue mich riesig über deine Beiträge auf Yelp.

    Liebe Grüße sendet
    die Verena

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