12. Teil unseres Reisetagebuchs „East-West-Central“ mit unserer Fahrt auf dem Sea-to-Sky-Highway von Vancouver über die Horseshoe Bay und Whistler bis zu unserem fast unaussprechlichen Etappenziel.

Wie würdet Ihr diesen Ort aussprechen: Lillooet? Egal wie. Unser heutiges Etappenziel ist zumindest so außergewöhnlich wie sein Name. Hier, 255 Kilometer nordöstlich der modernen Metropole Vancouver, scheint die Zeit vor einigen Jahrzehnten einfach stehengeblieben zu sein. Die Farben der Häuser sind verblasst, die Reklameschilder an den Motels, Restaurants und Geschäften kann man teilweise nur mit Mühe entziffern. Leuchtreklamen gibt es gar nicht. Auf der Fahrt zu unserem „Mile-o-Motel“ ist uns gleich am Beginn der etwas vergessen wirkenden Ortschaft ein Laden mit der Aufschrift „Bäckerei“ aufgefallen. Tatsächlich hat sich hier ein deutscher Bäcker niedergelassen, bei dem es Grau- und Schwarzbrot, frische Brötchen und Kuchen nach heimischen Rezepten geben soll. Wir werden das – natürlich nur aus Neugierde – am Montag zum Frühstück ausprobieren.

Gestartet sind wir heute Vormittag in Richmond, südlich von Vancouver, wo wir zwei Nächte im ausgezeichneten – und verkehrsgünstig gelegenen „Holiday Inn Express“ verbracht hatten. Den ersten Fotostopp haben wir in der Horseshoe Bay eingelegt, ein schon fast idyllisch gelegener Fährhafen oberhalb von Vancouver, in dem auch viele Wassersportler aus der benachbarten Metropolregion im Sommer gern ihre Wochenenden verbringen. Dort entstand auch unser heutiges „Familienportrait“.

Weiter ging’s auf dem Sea-to-Sky-Highway, der zunächst noch am Howe Sound, einer fjordartigen Bucht des Pazifiks entlang führt und bei der Kleinstadt Squamish schließlich in die Rocky Mountains abbiegt. Immer wieder gibt es am Rand der gut ausgebauten Straße „View Points“,von denen wir herrliche Aussichten in enge Wasserschluchten oder auf die teilweise schneebedeckten Berge hatten.

Nach gut 80 Kilometern erreichten wir dann Whistler, einen der bekanntesten kanadischen Wintersportorte und Austragungsort der alpinen Wettbewerbe bei den Olympischen Winterspielen 2010. Für uns zeigte sich der Ort wie eine Mischung aus Disney Land und Kitzbühel: Micky Maus haben wir zwar nicht getroffen, dafür sehen die Häuser im autofreien Ortskern so künstlich aus, dass sie uns an Kulissen in einem Freizeitpark erinnerten. An den Hängen der Berge sieht es ähnlich wie in Kitzbühel und in anderen Skigebieten der Alpen aus: Der Baumbestand wurde zu Gunsten von weitläufigen Skiabfahrten einfach abgeholzt.  Wir haben Whistler abgehakt und zum vorläufigen Favoriten für unsere Flop-Liste am Ende der Reise erklärt.

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