Im 15. Teil unseres Reisetagebuchs „East-West-Central“ zeigen wir, warum der Banff Nationalpark selbst eingefleischten Oberbayern die Sprache verschlagen könnte. (Horst)

Endlich einen Ruhetag in unserem wunderbaren Hotel „Buffalo Mountain Lodge“ in Banff – hatten wir zumindest für Mittwoch eingeplant. Dann las Inge beim Frühstück die Facebook-Nachricht von Hans Oberberger vor: „Gebt’s zu: Ihr seid in Wirklichkeit in Berchtesgaden und wolltet nur ein paar Wochen Ruhe.“ Von wegen – dem werden wir’s zeigen. Also haben wir uns gegen Mittag doch wieder ins Auto gesetzt und sind über den Bow Valley Park Way in die knapp 60 Kilometer entfernte Region am Lake Louise aufgebrochen. Die frühere Route des Trans-Canada Highways führt zumeist durch dichte Wälder. Entlang der Straße sollen immer wieder Elche sowie Schwarz- und sogar Grizzlybären beobachtet worden sein. Heute leider nicht.

Dafür bekamen wir wieder reichlich unglaubliche Naturschönheiten zu sehen. Zum Beispiel beim ersten Halt am Johnston Canyon mit seinen zwei Wasserfällen, die Dank gut ausgebauter Pfade bequem zu erreichen sind.

Das Wetter war heute im Banff Nationalpark viel schöner als von den Meteorologen vorhergesagt. Nur – ausgerechnet in der Region um Lake Louise zogen dicke Wolken auf und es regnete sogar für einige Minuten. Deshalb haben wir den Lake Louise selbst heute ausgelassen und sind zum fast 1.900 Meter hoch gelegenen Moraine Lake gefahren. Da auch dort die Sonne kaum die grauen Wolken durchdringen konnte, sind unsere Erinnerungsfotos von dem ansonsten smaragdglänzenden See etwas blass ausgefallen.

Entschädigt wurden wir dann bei der Rückfahrt über den Trans-Canada Highway nach Banff. Auf beiden Seiten der gut ausgebauten Schnellstraße reiht sich ein Naturschauspiel an das andere – und das auf einer Länge von knapp 60 Kilometern. Besonders beeindruckt waren wir von dem 2.766 Meter hohen Castle Rock, der im aufkommenden spätnachmittäglichen Sonnenlicht glänzte.

Kurz vor Banff fällt dann der Cascade Mountain auf, der die Kleinstadt wie eine schräg liegende Schiefertafel überragt. Schade, dem eigenwillig geformten Berg fehlen nur zwei Meter – dann könnte er sich als „Dreitausender“ bezeichnen lassen.

Auch wenn’s mit Bären und Elchen heute nicht geklappt hat, so haben wir heute Abend zumindest ein „wildes Tier“ ganz in der Nähe unseres Bungalows in der „Buffalo Mountain Lodge“ beobachten können.

Um ehrlich zu sein, sind mir Chipmunks ohnehin viel lieber als Grizzlys – zumindest ohne Zaun dazwischen.

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