2012 East-West-Central Reisetagebücher

Der Boss ist in der Stadt

Im 24. Teil unseres Reisetagebuchs „East-West-Central“ verraten wir unter anderem, warum Bruce Springsteen heute Abend ohne uns „The Windy City“ rocken musste.

Nachrichtensendungen in lokalen und regionalen amerikanischen Fernsehprogrammen folgen regelmäßig einem festen Ritual: Topmeldung ist häufig ein Mord, der in irgendeinem dunklen Viertel der Stadt verübt wurde. Gelegentlich dient auch mal eine Massenkarambolage auf der Stadtautobahn oder einer der Korruption überführter  hoher Verwaltungsbeamter als Aufmacher.

Heute wurde die gewohnte Reihenfolge der Lokalnachrichten in Chicago völlig auf den Kopf gestellt. Grund: „The Boss is in Town“. Bruce Springsteen gab am Freitagabend das erste von zwei restlos ausverkauften Konzerten im traditionsreichen „Wrigley Field“, wo sonst die „Chicago Cubes“ ihre Baseballschläger schwingen. Wir waren nicht dabei. Dafür gab’s gleich drei gute Gründe: Erstens hätten wir Karten für das Konzert nur noch auf dem Schwarzmarkt für mehrere Hundert Dollar bekommen. Zum Glück sind wir dieses Wagnis nicht eingegangen, denn – zweitens – waren wir am Abend ziemlich geschafft von unserer heutigen Entdeckungstour zumeist per Pedes durch die Metropole am Lake Michigan und haben deswegen – drittens – ein leckeres Abendessen in einem gleichfalls sehr guten wie sehr preisgünstigen thailändischen Restaurant gleich um die Ecke unseres Hotels vorgezogen.

Wer die Wolkenkratzer in New York fotografieren oder filmen will, muss sich am besten einen geeigneten Standort außerhalb Manhattans suchen – zum Beispiel auf Liberty Island. In Chicago ist das einfacher. Hier gibt’s mindestens genau so viele Sky Scraper wie im „Big Apple“, jedoch ist die Innenstadt längst nicht so eng bebaut. Ein bestens geeigneter Ort, um die Skyline innerhalb der Stadt zu fotografieren, ist die Michigan Bridge. Hier erstrecken sich auf beiden Seiten des Chicago Rivers die Wolkenkratzer buchstäblich bis in den Himmel.

Die „Fifth Avenue“ von Chicago ist ein Teilstück der Michigan Avenue, das sich vom Chicago River parallel zum Lake Michigan über eine Meile in Richtung Norden erstreckt. Wegen der zumeist exklusiven Geschäfte wird dieser Teil auch „Magnificent Mile“ genannt. Netter Anblick: Beim Bummel über die illustre Meile fielen uns Polizisten während ihrer „Streifenfahrt“ auf – per Fahrrad.

Selbst wer sich – so wie wir heute – vorgenommen hat, einen Bogen um Shopping Center zu machen, wird in Chicago kaum um den „Water Tower Place“ herumkommen. Schon am Eingang des 900 Läden umfassenden Einkaufskomplexes beeindruckt ein treppenförmig angelegter Wasserfall, der quasi als Dekoration für die Rolltreppe zur ersten Zwischenetage angelegt wurde. Gleich nebenan befindet sich das John Hancock Center, von dessen Observationsdeck man den besten Blick über Chicago haben soll. Wir werden das am Samstag ausprobieren. Dann soll der Himmel weniger bedeckt sein, als heute.

3 Kommentare zu “Der Boss ist in der Stadt

  1. Andrea Stullich

    Good Morning, Chicago! Wenn ich es recht entsinne, hat es für euch diesmal wieder nicht geklappt mit dem MoMa in New York, oder? Also: The Art Institute of Chicago! Super!!!! U.a. mit Grant Woods „American Gothic“ (das aus dem Vorspann von „Desperate Housewives“ :-))) ) Das Art Institute ist wirklich sehr sehenswert und hat, soweit ich mich erinnere, auch einen fabelhaften Museums-Shop. – Gaaaanz viel Spaß noch in the U.S.!!!! Liebe Grüße, Andrea.

  2. Geil – vielleicht hätten wir uns doch mehr um Karten bemühen sollen…

  3. Liebe Andrea, das ist ein guter Tipp und wir haben uns das auch schon für den heutigen Sonntag vorgenommen: Park und Museum und dann können wir guten Gewissens am Montag den Heimflug antreten. Bis bald in Düsseldorf und einen sonnigen Wochenendausklang. LG Inge

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