2012 East-West-Central Reisetagebücher

Die dicke Bohne im Park

Im 26. Teil unseres Reisetagebuchs „East-West-Central“ spiegeln wir uns in der „Cloud Gate“ und beweisen mit einem ausgiebigen Besuch des „Art Institute of Chicago“, dass wir doch keine „vollendeten Kunstbanausen“ sind.

Am Ende waren wir dann doch noch ganz kunstbeflissen. Nachdem wir uns in New York schlechten Gewissens vor dem „MoMa“ (bedeutet nicht etwa „Morgenmagazin“, sondern „Museum of Modern Art“) gedrückt hatten, ging’s heute auf dringendes Anraten unserer Blog-Leserin Andrea Stullich ins „Art Institute of Chicago“. Danke für den Tipp, Andrea. Wir können jedem Chicago-Besucher nur raten, uns das gleichzutun. Das nur wenige hundert Meter von unserem Hotel entfernt liegende Museum bietet breit angelegte Kunstsammlungen, die in hellen weitläufigen Räumen den Besuchern auf angenehme Art präsentiert werden. Interessant fanden wir unter anderem die Bereiche für afrikanische, asiatische und indianische Kunst aus verschiedenen Epochen.

Eine Art Aushängeschild für die Sektion American Art ist Grant Woods Bild „American Gothic“, das selbst so manchem Kunstbanausen aus dem Vorspann der TV-Serie „Desperate Housewives“ bekannt sein dürfte. Breite Bekanntheit kommt vor künstlerischem Anspruch – zumindest wirbt das „Art Institute of Chicago“ mit diesem naiven Gemälde als „Aufmacher“ in Prospekten und Anzeigen um Besucher.

In der Abteilung für zeitgenössische europäische Kunst fiel uns ein Werk des aus Dresden stammenden Künstlers Gerhard Richter auf. Sein – für uns etwas gewöhnungsbedürftige – Werk „Woman Descending the Staircase“ gehört aus Sicht der Museumskuratoren zu den „Top 12“ Exponaten, die selbst eilige Besucher nicht verpassen sollten. Eilig hatten wir’s nicht. Wir waren von dem „Art Institute of Chicago“ so begeistert, dass wir trotz des herrlichen Wetters rund vier Stunden in dem Museum verbrachten und uns sogar Zeit für die Werke von Mark Rothko nahmen (Gisela und ausgewiesene Kunstexperten wissen, was das bedeutet…).

Im sich direkt anschließenden Millennium Park ist die von Einheimischen als „Bohne“ bezeichnete Spiegel-Skulptur „Cloud Gate“ der absolute Mittelpunkt. Zwischen den Spiegelungen von Wolken und Sky Scrapern bemühen sich die vielen Besucher für ihre Fotos möglichst originell in Pose zu bringen. Dank der dicken Bohne im Park konnten wir am Sonntag unser „Familienportrait“ selbst anfertigen, ohne einen Passanten als Fotografen „anheuern“ zu müssen.

Eine weitere Attraktion im Millennium Park ist die „Ground Fountain“, die aus zwei 15 Meter hohen LED-Türmen besteht, auf denen abwechselnd die Gesichter von 1.000 verschiedenen Einwohnern Chicagos projiziert werden. Am Ende jeder Videofrequenz spritzt Wasser aus den Mündern der dargestellten Gesichter. An diesem warmen Sonntagnachmittag nutzten Kinder das faszinierende Wasserspiel zur Abkühlung.

Meine Güte – Chicago hat uns in den vergangenen dreieinhalb Tagen gewaltig beeindruckt. Der Besuch der Metropole am Lake Michigan war zweifelsohne ein weiterer Höhepunkt auf unserer diesjährigen Ferienreise unter dem Motto „East-West-Central“. Bevor die Maschine der „United Airlines“ am späten Montagnachmittag in Richtung München startet, stellen wir euch morgen im letzten Teil unseres Tagebuchs noch die Tops und Flops dieser Reise zusammen.

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