2012 East-West-Central Reisetagebücher

Schwere Entscheidungen

Im 27. und letzten Teil unseres Tagebuchs „East-West-Central“ ziehen wir Bilanz unserer Ferienreise in den USA und Kanada.

Am späten Montagnachmittag startet die Maschine der „United Airlines“ – hoffentlich pünktlich – in Richtung München. Es ist also höchste Zeit für eine Bilanz unserer 27-tägigen Ferienreise, die uns von New York über Seattle, Vancouver Island, Vancouver, Banff in den kanadischen Rocky Mountains, zurück über Seattle nach Chicago führte. Die Überseeflüge von/nach München eingerechnet, waren wir rund 23.400 Kilometer unterwegs, davon 20.400 im Flugzeug und 2.800 im Mietwagen. Den Rest haben wir zu Fuß zurückgelegt. Kein Witz – wir sind im Urlaub noch nie zuvor so viel „gewandert“ wie diesmal.

Am Ende ist es wirklich schwer gefallen, uns auf die Benennung der Höhepunkte unserer Reise zu einigen. Die Eindrücke waren einfach so vielfältig und teilweise überwältigend, dass Vergleiche kaum möglich sind. Bei den Tiefpunkten hatten wir dagegen keine Probleme. Grund: Es gab nur ganz wenige davon.

Versuchen wir’s trotzdem – hier kommen die Tops und Flops unserer Ferienreise vom 16. August bis 10. September 2012:

Bester Urlaubsort: Die Familie entscheidet sich gemeinsam für Seattle. Ulrike Langer und ihre Familie haben uns drei unvergessliche Ferientage in „The Emerald City“ bereitet. Wir hatten das Gefühl, für kurze Zeit selbst Teil des Lebens im Nordwesten der USA zu sein. Darüberhinaus hat Ulrike mit uns Orte in der Metropolregion besucht, die „normale“ Touristen wohl kaum in so kurzer Zeit zu sehen bekommen. Als wir nach zehn Tagen in Kanada nach Seattle an die US-Pazifikküste zurückkehrten, hatten wir irgendwie das Gefühl, nach Hause zu kommen.

Schwächster Urlaubsort: Whistler, der von den Olympischen Winterspielen 2010 als Austragungsort der Alpinen Skiwettbewerbe bekannte kanadische Ferienort machte auf uns den Eindruck einer Mischung aus Disneyland und Kitzbühel. Wir haben gar nicht erst versucht, dem Ort noch schöne Seiten abzugewinnen, sondern sind nach nur zwei Stunden weitergefahren.

Hotspots der Reise: Da sind die drei Müllers nicht „unter einen Hut“ zu bekommen. Für Inge war die Aussicht vom 2.281 Meter hohen Sulphur Mountain auf Banff und Umgebung der beeindruckendste Punkt. Julia hat vor allem der Blick von der Michigan Bridge auf das nächtliche Chicago imponiert und Horst war von der Bootsfahrt auf dem Lake Michigan mit Chicagos Skyline am meisten fasziniert.

Coldspot der Reise: Von der Aussicht vom John Hancock Tower auf das nächtliche Chicago hatten wir uns mehr versprochen. Während wir noch am Samstagnachmittag vom Observations Deck aus fantastische Ausblicke auf die Metropole am Lake Michigan hatten, wurde die Aussicht bei Dunkelheit vor allem durch die stark spiegelnden Fensterfronten doch sehr beeinträchtigt.

Bestes Hotel auf der Reise: Keine Frage – das war „unser Haus in Kanada“. Unser Zimmer in der Buffalo Mountain Lodge in Banff war einfach großartig. Lage, Einrichtung und Ausstattung hätten einfach nicht besser sein können. Allerdings haben wir für diesen Komfort auch einen beträchtlichen Teil unseres Urlaubsbudgets eingesetzt.

Schlechtestes Hotel der Reise: Wenn wir überhaupt einen „Kandidaten“ für diese Kategorie benennen können, war es das „Palmer House“ in Chicago. Trotz nahezu idealer Lage im Zentrum der Millionenstadt und glanzvoller Lobby, hat das Haus so einige Macken. Die recht engen Zimmer sind so hellhörig, dass man versucht ist, sich selbst abzutrocknen, wenn der Zimmernachbar geduscht hat. Internetzugang steht überall kostenfrei zur Verfügung: In der Lobby, vor dem Hotel auf der Straße und unter dem Hotel in der Ladenpassage – nur nicht in den Gästezimmern. Da kostet der W-Lan-Zugang 14,95 Dollar plus Steuer pro Tag. Zudem war bei unserer Ankunft die gebuchte und bestätigte Kategorie mit zwei Betten nicht mehr verfügbar. Nach einer Nacht zu dritt in einem angeblichen Kingsize-Bett, das eher begrenzte „Prince-Dimensionen“ hatte, mussten wir am zweiten Tag das Zimmer wechseln. Erfahrene Reisende werden wissen, dass solche „Aktionen“ in den USA immer mit reichlich „Verwaltungsaufwand“ und zusätzlichen Tips für Hotelpagen verbunden sind.

Größtes Glück der Reise: Diesmal ist – abgesehen von einem Streik der Lehrer in Chicago, der unseren Urlaub nun wirklich nicht beeinträchtigt hat – an den besuchten Urlaubsorten absolut nichts passiert: Kein Hurrikan wie 2008 in New York und 2011 in Florida, kein Terroristenalarm wie 2007 in London und auch kein Erdbeben wie 2006 in Rom. Wir hatten diesmal einfach wundervolle und – sorgenfreie – Ferien.

Abschließend stellt sich noch die Frage, auf was wir uns nach dreieinhalb Wochen in den USA und Kanada zu Hause am meisten freuen. Julia sehnt sich schon regelrecht nach dem ersten Frühstück mit einer leckeren Butterbrezn. Inge freut sich darauf, nicht mehr „aus Koffern leben“ zu müssen. Und Horst? Würde am liebsten heute nicht nach Deutschland zurückfliegen, sondern viel lieber diesen Urlaub noch einmal von vorn beginnen lassen.

Das war unser Reisetagebuch 2012 „East-West-Central“. Danke an alle, die unsere Ferien im Weblog interessiert mitverfolgt – und uns immer wieder mit Tipps für unsere Reise versorgt haben. Unser ganz besonderer Dank gilt Ulrike Langer und ihre Familie, die uns nicht nur zu dieser Reiseroute inspirierten, sondern darüberhinaus auch noch großartige Gastgeber in Seattle für uns waren. Wir hoffen, dass wir auch im nächsten Sommer wieder einen ähnlich wundervollen Urlaub gemeinsam erleben dürfen. Vielleicht an der nördlichen Westküste der USA von Seattle durch Oregon bis nach San Francisco. Ob’s wirklich so kommt, erfahrt ihr dann ab Mitte August 2013 an dieser Stelle.

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