2014 USA-Texas Reisetagebücher

Frische Steaks unterwegs

Im fünften Teil unseres Reisetagebuchs „Apple and Steaks“ sind wir „auf die Kuh gekommen“. Julia hat sich sogar auf ein echtes Texas Longhorn gewagt und sich darauf länger gehalten, als die Cowboys beim abendlichen Rodeo…

 

Wenn große Männer kleine Kühe mit dem Lasso einfangen, im hohen Bogen vom Rücken eines wilden Bullen fliegen oder sich von einem buckelnden Pferd in den Sand schleudern lassen – nennt man das Rodeo. In Fort Worth finden jeden Freitag- und Samstagabend im wohltemperierten Cowtown Coliseum inmitten des wild-west-nostalgischen Stockyards-Viertels solche Spektakel mit dem Titel „Championship Rodeo“ statt.

Höhepunkt eines Rodeos ist fast immer das Bull Riding. Allerdings dauert der Ritt auf dem wilden Tier nur wenige Augenblicke. Dann landet der Cowboy im Sand der Arena und als Clowns verkleidete Helfer versuchen den Bullen irgendwie vom abgeworfenen Reiter fernzuhalten. Zartbesaitete Mitteleuropäer – so wie wir – sollten besser nicht darüber nachdenken, warum sich Bullen und Pferde bei Rodeos so wild gebärden. Zum Glück war das Texas Longhorn, auf dem Julia für unsere Kamera posierte, wesentlich friedlicher. Das durchaus imposante Rindvieh hielt brav so lange still, bis wir unsere Fotos „im Kasten“ hatten.

Überhaupt standen Rindviecher am Samstag im Mittelpunkt unserer Ferienaktivitäten. Grund dafür war der „National Day of the American Cowboy“, der ausgerechnet während unseres Besuchs in den Stockyards gefeiert wurde. Cowboys trieben Texas Langhorns durch diesen historischen Distrikt von Fort Worth. Wir sahen Texas Rangers, die in ihren schmucken Uniformen auf edlen Pferden an Saloons und Souvenirläden vorbeiritten. Chinesische oder japanische Touristen (so genau konnten wir das nicht erkennen) lukten etwas verstört aus einer aufpolierten Postkutsche, mit der sie durch den ehemaligen Western-Handelsplatz tranportiert wurden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sollen hier bis zu einer Million Stück Rindvieh pro Jahr verkauft worden sein.

Als wir gegen Mittag in den Stockyards eintrafen, fielen wir wegen unseres wohl zu touristisch anmutenden Outfits beim Fest der Cowboys regelrecht auf. Also beschlossen Inge und Julia spontan, sich Texas Hüte zuzulegen. Beide wollen ihre neuen Kopfbedeckungen bis zum Ende unserer Ferien höchstens noch zum Schlafen und Baden ablegen. Von Rindviechern hatten wir am Samstagabend dann allerdings erst einmal die Nase voll. Weil wir tagsüber jede Menge Steaks unterwegs gesehen hatten, orderten wir in dem urigen Steakhaus inmitten der Stockyards lieber Cesar Salat mit Hühnchen.

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