2014 USA-Texas Reisetagebücher

Allen’s TexSex

Zu einem wirklich guten texanischen Frühstück gehören Biscuits, Sausage, Gravy – und Allen’s beste Sprüche. Im 13. Teil unseres Reisetagebuchs „Apple and Steaks“ erreichen wir außerdem San Antonio.

Eigentlich hatten wir den Tagesablauf am Sonntag ganz anders geplant. Von „unserer Ranch“ nahe Bandera im Texas Hill Country wollten wir einen Abstecher in das von deutschen Einwanderern Mitte des 19. Jahrhunderts gegründete New Braunfels machen. Dann trafen wir unsere neuen Freunde aus Austin, die uns wie selbstverständlich zu einem echten – und vor allem köstlichen –  texanischen Frühstück einluden.

Neben den obligatorischen Sausages, Ham und Eggs, entdeckten wir auf dem Frühstückstisch einen cremefarbenen Brei, den sich vor allem die Kinder mit Begeisterung fingerdick auf die bereitliegenden Biscuits schmierten. What’s that? Das sei Gravy, erklärte uns Aprils Vater Allen – und gehöre genauso zu einem texanischen Frühstück, wie der Hut auf den Kopf eines Rodeo-Reiters. Für die Zubereitung brauche man lediglich Mehl, Milch, etwas Öl und Pfeffer. Und tatsächlich – es schmeckt verdammt lecker.

Es waren wohl mehr als zwei Stunden, die wir schließlich beim Frühstück zusammensaßen, Erfahrungen aus Texas und Deutschland austauschten, Dinge verglichen und immer wieder über Allens Witze herzhaft lachen mussten. Der 62jährige, der im ersten Moment etwas „bärbeißig“ wirkt, hat einen unglaublich trockenen Humor und versteht es in seinem texanischen Dialekt auch nicht so ganz „stubenreine“ Witze einfach sympathisch zu verbreiten. Kostprobe:

How becomes a man a bullrider when making love with a woman? Call her by the wrong name!

Unsere amerikanischen Freunde waren von der Begegnung auf der Medina River Ranch wohl ebensfalls angetan. Allens Schwiegersohn Lee teilte uns am Sonntagabend per E-Mail mit, dass die ganze Familie auf der Rückfahrt nach Austin im Restaurant „Der Lindenbaum“ in Fredericksburg  „Jägerschnitzel mit Sauerkraut“ gegessen hat.

Hoffentlich waren die Schnitzel besser als die Bratwurst mit Rotkohl und Sauerkraut, die Horst am Freitag auf der Fahrt ins Texas Hill Country in der von deutschen Einwanderern gegründeten Kleinstadt Fredericksburg gegessen hatte. Zumindest hatte dieses wurstartige Gebilde mit einer guten deutschen Bratwurst so wenig gemeinsam, wie deutsche Rippchen mit echten amerikanischen Spare Ribs.

Wir sind inzwischen in San Antonio angekommen. Inge hat mal wieder den Titel „Mitarbeiterin des Tages“ verdient, weil sie das Luxushotel Valencia, direkt am berühmten River Walk der texanischen Millionenstadt für uns gebucht hat – und das zu einem ausgesprochenen „Schnäppchenpreis“. Jetzt geht’s gleich zum Abendessen in eines der vielen mexikanischen Restaurants in der Nähe. Nach Allen’s „TexSex“ zum Frühstück, gibt’s zum Abschluss des Tages „TexMex“.

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