2014 USA-Texas Reisetagebücher

Auf dem San Antonio River Walk

Keine Frage – San Antonio mit dem River Walk ist die schönste Stadt, die wir bislang in Texas gesehen haben. Für den 14. Teil unseres Reisetagebuchs „Apple and Steaks“ haben wir uns die zweitgrößte Metropole im Lone Star State auch von oben angesehen und selbstverständlich The Alamo besucht.

San Antonio, mit knapp 1,4 Millionen Einwohnern nach Houston zweitgrößte Metropole in Texas, wirkt auf uns wie eine spanische Stadt. Obwohl – eigentlich kennen wir gar keine Stadt auf der Iberischen Halbinsel, in der sich ein Fluss durch das Zentrum windet, eingerahmt von kaum 90 Zentimeter schmalen Promenaden an beiden Seiten, die kaum höher als die Wasseroberfläche liegen. Trotzdem – so versicherte Bootsführer „Captain Peter“ bei unserer „Cruise“ am Montagvormittag – würden hier im Monat höchstens ein bis zwei Menschen im Wasser landen. Das hat uns schon gewundert, weil sich an beiden Seiten des San Antonio Rivers nicht nur Touristenströme entlang schlängeln, sondern dazu in den zahlreichen Restaurants und Bars spätestens ab dem späten Nachmittag auch noch reichlich Alkohol, zumeist in Form von Margaritas, ausgeschenkt wird.

Die besten Margaritas in San Antonio soll es im „Iron Cactus“ am River Walk, unweit unseres Hotels „Valencia“ geben. „Wir gehören zu den Top 10 Margarita-Places in den USA“, pries Kellner Pepe das eigene Lokal. Aus welchem Ranking dieses Prädikat stammt, verriet er uns nicht – dafür schmeckte der Aperitif durchaus lecker. Noch besser waren allerdings die anschließenden Fajitas zum Abendessen.

Gutes Essen und Trinken sowie die fröhlich-südliche Atmosphäre sind sicherlich gute Gründe, um San Antonio zu besuchen. Das absolute Highlight für uns war allerdings die etwa halbstündige „Cruise“ mit fast lautlos dahingleitenden Ausflugsbooten auf dem San Antonio River entlang des Walks mit unzähligen Restaurants, Bars, Souvenirläden bis fast hinein in das riesige Einkaufsparadies „River Center“ inmitten der Stadt.

Gefährlich sei so eine Fahrt auf den flachen Booten überhaupt nicht, beruhigte uns „Captain Peter“. Wenn man ins Wasser fällt, braucht man einfach nur wieder aufstehen. Der San Antonio River ist hier gerade mal einen Meter tief. Allerdings könnte man im Fluss neben den vielen Enten auch Schildkröten, Wasserratten und sogar Schlangen begegnen. „Vergesst nicht, das ist trotz des Walks an beiden Seiten immer noch ein natürlicher Fluss mit viel Leben – über und unter der Wasseroberfläche“, erklärte uns der Bootsführer.

Weil wir die Cruise schon am Vormittag ganz prima fanden, schifften wir uns am Abend nach Einbruch der Dunkelheit nochmal ein, um den beleuchteten River Walk vom Boot aus zu genießen. Der Urlaubskasse hat’s auch keinen großen Schaden zugefügt. Eine Tour kostet 8,25 US-Dollar, Horst durfte zum Senioren-Tarif von 6 Dollar mitfahren.

The Alamo wird gleich von mehreren Reisführern als wichtigste Sehenswürdigkeit in ganz Texas bezeichnet. Dabei wirkt die ehemalige Mission, die später zu einem Fort ausgebaut wurde, zunächt erstaunlich klein. Bedeutung erlangte dieser im heutigen Stadtzentrum von San Antonio gelegene Ort, weil hier im Jahr 1836 nur 200 wackere Texaner immerhin zwei Wochen lang einer mexikanischen Übermacht getrotzt haben. In dem einzigen Innenraum des historisch trächtigen Baus sind Utensilien aus der Schlacht von Alamo zu sehen. Größer – und üppiger ausgestattet ist allerdings der Souvenirshop gleich nebenan.

Wesentlich imposanter wirkt da schon der Tower of the Americas mit seinen knapp 229 Meter Höhe, der im Jahr 1968 für die damalige Weltausstellung errichtet wurde. Etwas enttäuschend ist allerdings die Aussicht vom Observations Deck, weil man die eigentlich reizvollen Teile im Zentrum von San Antonio mit dem River Walk wegen der dichten Bebauung aus dieser Höhe überhaupt nicht einsehen kann. Ansonsten fällt der Blick auf die weitläufige Großstadt und die vielen Schnellstraßen. Der Eintritt von 10,90 US-Dollar hat sich dennoch gelohnt. Nach der kaum beeindruckenden Aussicht oben, gibt’s unten im Erdgeschoss den  atemberaubenden Flug „Skies over Texas“. In dem gut 15 Minuten dauernden 3-D-Film mit zusätzlichem Sitzwackeln und leichten Wasserduschen – deshalb als 4D bezeichnet, fühlten wir uns zeitweise wie ein Bullrider auf dem Rücken eines wilden Stieres,  wurden zudem fast von einer Klapperschlange gebissen und landeten schließlich beinahe im riesigen Maul eines Alligators.

Schließlich haben wir dieses Spektakel ohne erkennbare Blessuren überstanden und können uns am Dienstag ins nächste eigene Abenteuer auf unserer Reise durch Texas stürzen. Jetzt geht’s in Richtung Westen in den Big Bend Nationalpark, aus dem wir uns hoffentlich morgen um diese Zeit mit unserem nächsten Tagebucheintrag melden können – wenn auch dort das Internet mitspielt.

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