2014 USA-Texas Reisetagebücher

Kein Google-Land

 Im 15. Teil unseres Reisetagebuchs „Apple and Steaks“ stoßen wir endlich auf „unsere“ erste Ölquelle und bestaunen die großartige Berglandschaft im Südwesten von Texas. Google Maps konnte dabei allerdings nicht „mitspielen“.

Wer behauptet, dass Deutschland im Vergleich zu den USA in Sachen mobiler Internetversorgung ein „Entwicklungsland“ sei, war wohl noch nicht in den ländlichen Gebieten von Texas unterwegs. Schon auf unserer Fahrt vor einigen Tagen durch das Hill Country zwischen den Metropolen Austin und San Antonio suchte Google Maps stundenlang vergeblich nach dem aktuellen Standort – von Routenführung konnte mangels mobiler Internetverbindung überhaupt keine Rede sein.

Als wir am Dienstag von San Antonio in Richtung Big Bend aufbrachen, wies uns Google Maps gerade mal in den ersten 30 – von insgesamt 760 – Kilometern den richtigen Weg. Dann nahmen wir notgedrungen unseren „TomTom“-Navigator aus dem vorigen Jahrtausend wieder in Betrieb, der uns zuverlässig bis zum heutigen Ziel unserer Reise – Lajitas an der mexikanischen Grenze führte. Merke: Das ländliche Texas ist (noch) kein Google-Land.

Es gibt ja die Floskel, dass schon die Reise das Ziel sei. Genau das traf für die heutige – insgesamt gut zehnstündige Autofahrt zu. Kurz nach San Antonio fuhren wir auf der Interstate 10 Richtung Westen noch einmal durch Teile des Texas Hill Countrys mit weitgeschwungenen Hügeln, die trotz der Hitze mit Temperaturen von annähernd 40 Grad grün bewachsen sind. Weiter westwärts, kurz vor dem Städchen Fort Stockton, entdeckten wir dann die ersten Öltürme auf unserer Fahrt durch Texas. Im Lone Star State soll inzwischen mehr Öl gefördert werden, als in Saudi-Arabien. In einem typischen Country Store am Rande der Highway sprach uns später ein Texaner an, der bei der US-Army in Kaiserslautern stationiert war und jetzt als Vorarbeiter in der Ölförderung nach eigenen Angaben „Big Money“ macht.

 

Noch reizvoller ist die Landschaft dann auf der Fahrt entlang der Del Norte Mountains und der Santiago Mountains, bevor die US-Highway 67 den Big Bend Nationalpark im Südwesten von Texas erreicht. Die Berge haben hier eine Höhe von mehr als 2.000 Metern und wirken teilweise wie in die Landschaft drapierte übergroße Pyramiden oder andere imposante Bauwerke.

Als wir am frühen Abend den winzigen Ort Lajitas, direkt am Rio Grande – und damit auch an der mexikanischen Grenze erreichten, waren wir so müde, dass wir uns entschlossen, den ersten ausführlichen Rundgang durch das Lajitas Golf Resort & Spa, unserem Feriendomizil für die vier nächsten Tage, auf Mittwochmorgen zu verschieben. Unser erster Eindruck ist prima – und das Internet funktioniert zumindest im Rezeptionsgebäude. Google darf jetzt also auch wieder „mitspielen“.

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