2014 USA-Texas Reisetagebücher

Frauen, kommt nach Terlingua!

Mit diesem Titel zum 18. Teil unseres Reisetagebuchs löst Inge ein Versprechen ein, das sie beim Kanu-Ausflug auf dem Rio Grande am Freitag „ihrem persönlichen“ Tour Guide John gegeben hat.

Selbst gepaddelt hat Inge beim Kanu-Ausflug auf dem Rio Grande nicht allzu viel. Das hat sie lieber dem erfahrenen Tour-Guide John überlassen, der hier schon seit 17 Jahren Touristen begleitet, zu denen nach seinen Angaben hin und wieder auch deutsche Urlauber gehören. Groß geworden ist der Mitvierziger irgendwo auf dem Land im Bundesstaat New York. Später hat er längere Zeit im kalifornischen San Diego gelebt, bevor er als „freiwilliger Aussteiger“ – wie die meisten hier – in die Geisterstadt“ Terlingua am westlichen Rand des Big Bend Nationalparks in Texas kam. „Das war hier am Anfang gar nicht so einfach für mich“, erzählt John, während er Inge durch das flache Wasser des Rio Grandes mit nur wenigen Stromschnellen steuert: „Die Texaner auf dem Land mögen Leute aus Kalifornien nicht besonders.“

Das Leben hier sei okay, nicht so hektisch wie in San Diego und nicht so spießig wie in den Bergen des Bundesstaates New York, berichtet John weiter. Yvette, der Chefin der Agentur in Terlingua, die die Bootsausflüge auf dem Rio Grande organisiert, habe er vor Jahren das Paddeln erst beigebracht. Frauen seien ohnehin die besseren Kanuten, nur gäbe es in dieser Gegend viel zu wenige davon. „Inge, tue mir bitte den Gefallen und schreibe in deinem Tagebuch, dass Frauen in Terlingua herzlich willkommen sind.“ Das Versprechen wird hiermit eingelöst.

Zurück zum Paddeln. Inge war in den Genuss der exklusiven Begleitung durch John gekommen, weil sie bei der Bootsverteilung am Morgen einfach „übrig geblieben“ war. Horst und Julia hatten zuvor schon verabredet, dass sie sich ein Boot teilen würden, wobei der Vater auf die Erfahrung der Tochter zurückgriff – und nicht etwa umgekehrt. Julia hatte früher in Oberbayern schon mehrfach an organisierten Kanu-Ferien teilgenommen und durfte deswegen auch hinten im Boot Platz nehmen – eben dort, wo „der Chef“ sitzt. Bei der Tour durch die – nicht wirklich – reißenden Stromschnellen des Rio Grandes setzte sie dann auch ihre ganze Erfahrung ein und steuerte ganz souverän das mexikanische Flussufer an, wo die Tour Guides einen Imbiss für die wackeren Kanuten vorbereitet hatten.

Wir nutzten die Pause unter anderem für das „Familienfoto des Tages“ mit dem dokumentiert werden soll, dass wir zum Abschluss unsereres Aufenthalts in der fantastischen Big Bend Region im Südwesten von Texas sogar noch einen „Abstecher“ nach Mexiko gemacht haben. Am Samstag geht’s weiter in Richtung South Padre Island ganz im Südwesten der texanischen Golfküste. Beim Wechsel unseres Ferienorts zeigt sich einmal mehr, wie groß der Lone Star State eigentlich ist: Wir werden wohl fast zwei Tage unterwegs sein.

P.S. Noch ein Hinweis für Stammleser unseres Reisetagebuchs: Die Berglöwen, Bären und Klapperschlangen aus dem gestrigen Eintrag sind uns irgendwie abhanden gekommen

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