Wer in Texas an den Strand will, nimmt neben Handtüchern und Sonnenmilch meistens auch das eigene Auto mit – das erspart vor allem Brandblasen an den Füßen. Im 21. Teil unseres Reisetagebuchs berichten wir über unsere ersten Erfahrungen mit dem Strandleben auf South Padre Island.

Wenn man die vierspurige Hauptstraße auf South Padre Island, den Padre Boulevard, einige Kilometer in Richtung Norden fährt, verschwinden rechts und links zunächst die Hotels, Geschäfte und Restaurants, bald darauf auch die letzten Privathäuser und Strandbuden. Es bleiben schließlich nur noch Sanddünen, die an beiden Seiten direkt bis ans Wasser führen.

Nach ein paar weiteren Kilometern ist die Straße dann plötzlich zu Ende und auch vor uns türmen sich Sanddünen auf. Um an das Meer zu gelangen, müssen wir umkehren und erreichen schließlich über eine der gekennzeichneten Zufahrten mit unserem Mietwagen den Strand. Das kostet 5 US-Dollar pro Pkw, zudem müssen wir ein Pfand in gleicher Höhe für einen Müllbeutel hinterlegen, das wir später bei der Ausfahrt gegen Abgabe des inzwischen gefüllten Plastiksacks zurückerhalten.

Wir stellen das Auto – so wie die anderen auch – auf dem Strand ab, nur wenige Meter vom Wasser entfernt. Dafür gibt’s zwei gute Gründe: Der Sand ist dort fester, sodass er auch mit nicht geländegängigen Fahrzeugen – wie unserem Mietwagen vom Typ Jeep Cherokee – befahren werden kann. Außerdem ersparen wir uns damit einen längeren Fußmarsch über den glühend heißen Sand. Baden am Golf von Mexiko – und zwar nicht nur hier in South Padre Island – bedeutet zumeist ‚Sprung aus dem Auto in das streichelwarme Meer‘. Inge und Julia haben’s sofort nach Ankunft genossen. Nach dem Bad wird das Heck des SUVs zur Umkleidekabine.

Der langgestreckte – insgesamt rund 54 Kilometer lange Inselteil South Padre Island (North- und South Padre zusammen haben eine Länge von rund 220 Kilometern) erreicht hier nur noch eine Breite von etwa 600 Metern. Wir sind auf eine Düne geklettert, haben uns in dem heißen Sand fast die Füße verbrannt und wurden schließlich mit herrlichen Aussichten belohnt: Links, in der riesigen Lagune ist das Festland von Texas am Horizont zu erkennen. Das blaue Wasser glitzert nahezu unbeweglich in der heißen Mittagssonne. Deutlich bewegter ist da schon der Golf von Mexiko auf der rechten – der östlichen – Seite, in dem wir am Montag gebadet haben. Gelegentlich breiten sich hier schon mal mannshohe Wellen bis an den Strand aus, die den Badespaß deutlich erhöhen.

Texas ist anders – in vielen Dingen. Das gilt auch für Ferien am Strand. Uns gefällt’s zumindest so gut, dass wir jetzt sogar insgesamt vier Tage auf South Padre bleiben wollen – ursprünglich hatten wir hier nur zwei Urlaubstage eingeplant. Und wer weiß, wenn wir nicht am nächsten Sonntag nach Deutschland zurückfliegen müssten, wären es möglicherweise sogar noch mehr Ferientage am Golf von Mexiko geworden.

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