2014 USA-Texas Reisetagebücher

Zurück am River Walk

Zu Inges Geburtstag haben wir noch einmal in ihrer texanischen Lieblingsstadt San Antonio haltgemacht. Im 24. Teil unseres Reisetagebuchs „Apple and Steaks“ unternehmen wir außerdem den letzten Versuch, endlich das „echte“ Rancherleben kennenzulernen.

Inge hatte sich so sehr gewünscht, an den River Walk zurückzukehren, bevor unsere Reise durch Texas am Samstag zu Ende geht. Also haben wir am Donnerstag noch einmal in San Antonio haltgemacht, um ihren Geburtstag mit Margaritas und Fajitas im „Iron Cactus“ zu feiern. Das dazu passende Familienfoto hat übrigens ein Urlauber aus Kaiserslautern aufgenommen. Ob ihr’s glaubt oder nicht – das war der erste deutsche Tourist, den wir nach nunmehr drei Wochen im Lone Star State getroffen haben.

Im Gegensatz zu unserem ersten Aufenthalt vor eineinhalb Wochen, wo wir – zum Schnäppchenpreis – im feinen Hotel Valencia direkt am River Walk „residierten“, haben wir diesmal ein preisgünstiges Hotelzimmer der Kette La Quinta in Downtown San Antonio gebucht. Auch von hier aus wären alle wichtigen touristischen Ziele im Zentrum der Millionenstadt innerhalb von wenigen Minuten zu erreichen. Nach dem Motto „heute darf ich mir ‚mal was wünschen“ bestand Inge an ihrem Geburtstag allerdings darauf, einen Umweg über weite Teile des River Walks zu nehmen, bevor wir endlich am „Iron Cactus“ ankamem. Bei nahezu 40 Grad Hitze und spürbarer Luftfeuchtigkeit am frühen Abend wurde aus dem geplanten lockeren Spaziergang von rund zwei Kilometern schon fast ein Gewaltmarsch. Wir haben die Anstrengung anschließend einfach „weggefeiert“. Später auf dem Rückweg zum Hotel sind wir dann noch über die Main Plaza von San Antonio geschlendert, haben Bilder von uns und dem strahlend erleuchteten Spanischen Gouverneurspalast gemacht und schon längst vergessen, dass es uns an diesem Tage erneut nicht gelungen ist, das „typische Leben“ auf einer texanischen Ranch hautnah mitzuverfolgen.

Dabei haben wir auf der Fahrt von South Padre Island nach San Antonio extra auf der King Ranch in der Nähe von Corpus Christi angehalten und an der 90 Minuten dauernden Kleinbustour über einen Teil des riesigen Geländes teilgenommen. Entsprechende Empfehlungungen in unserem Texas-Reisefüher hin, ganz überwiegend „ausgezeichnete“ Beurteilungen beim Reiseportal „Tripadvisor“ her – das hätten wir uns schenken können. Okay, die King Ranch soll den Ursprung des Ranchin‘ in Texas verkörpern und inzwischen eine der größten Ranches weltweit sein. Zu sehen bekommen haben wir auf der Tour allerdings vor allem Steppenlandschaft, hin und wieder Kühe, die unter Büschen und Bäumen vor der heißen Sonne Schutz suchten und ein Pferd – allerdings ohne Cowboy darauf. Den einzigen Vertreter der Viehtreiberzunft trafen wir dann fast am Ende der Rundfahrt in einer kleinen Hütte. Antonio, genannt ‚Lolo‘, ist 84 Jahre alt und erzählte uns sichtlich ambitioniert irgendetwas über das Leben der Cowboys. Verstanden haben wir’s leider nicht, weil Lolo in einer für uns nicht identifizierbaren Sprache vor sich her nuschelte.

Gelernt haben wir auf der merkwürdigen Exkursion dann noch etwas: Unser Kleinbusfahrer Roger (auch der nuschelte) erzählte uns, dass die Roadrunner – zu deutsch ‚Wegekuckuck‘ – die größten Feinde von Klapperschlangen sein sollen. Nun ja, eine Bestätigung für diese Aussage konnten wir bei einer flüchtigen Recherche im Internet nicht finden. Auf der King Ranch scheinen die Vögel jedoch gute Arbeit zu leisten. Trotz zahlreicher Warnschilder ist uns am Donnerstag keine Rattlesnake über die Füße gekrochen….

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