2014 USA-Texas Reisetagebücher

Fünf Sterne für den Lone Star State

Im 27. und letzten Tagebucheintrag ziehen wir das Fazit unserer Ferienreise nach New York und Texas. Außerdem gibt’s viele Tops und nur wenige Flops aus  27 Urlaubstagen. Dass diese Ferien für uns ein unvergessliches Erlebnis bleiben werden, haben wir auch unseren neuen Freunden in Texas zu verdanken.

Tipp: Hier findet ihr alle 27 Beiträge aus unserem Tagebuch „Apple and Steaks“ zu unserer Ferienreise vom 22. Juli bis 18. August 2014 nach New York und Texas

Am Ende schien es so, als wolle uns Texas nach dreieinhalb Wochen gar nicht mehr loslassen. Die Maschine der United Airlines, die uns am Sonntagmorgen vom Dallas/Fort Worth International Airport nach Newark bei New York bringen sollte, konnte stundenlang nicht starten, weil ein heftiges Gewitter über J.R.s TV-Heimat tobte. Es war das einzige Mal, dass uns das Wetter in Texas einen Streich spielte. Während unseres Urlaubs zuvor hatten wir fast nur Sonnenschein mit Temperaturen, die nur selten unter 30 – gelegentlich jedoch bei 40 Grad lagen. Schließlich erreichten wir am Sonntagnachmittag doch noch rechtzeitig Newark für unserern Anschlussflug. Als die Boeing 767 in Richtung Hamburg startete, hatten wir tolle Ausblicke auf Manhattan, dort wo vor knapp vier Wochen unser Urlaub begann.

Apple and Steaks in 27 Tagen

Inzwischen sind wir wieder in unser (noch) neues Zuhause in Hamburg zurückgekehrt. Es wird Zeit für eine Bilanz unserer  Ferienreise, die uns nach einem dreitägigen New York-Aufenthalt in diesem Sommer für 24 Tage nach Texas führte. Vom „Big Apple“ entdeckten wir diesmal ganz neue Seiten: Die Freiheitsstatue sahen wir uns nicht von einem Ausflugsboot – sondern von der Staten Island Ferry aus an. Den Central Park durchkreuzten wir auf gemieteten Fahrrädern und der in New York lebende Journalist Christian Fahrenbach verhalf uns zu ungewöhnlichen Ansichten der Skyline von Manhattan von Roosevelt Island aus.

Im Lone Star State – so genannt, wegen des einzelnen Sterns in der Flagge von Texas – waren wir im Mietwagen rund 4.000 Kilometer unterwegs. Neben den Überlandstrecken kamen auch noch Ausflüge an den einzelnen Etappenzielen hinzu. Allein im Big Bend Nationalpark fuhren wir mehr als 300 Kilometer.

Die Reiseroute führte uns von Fort Worth und Dallas (3 Tage) nach Austin (4 Tage), weiter durch das Texas Hill Country (2 Tage) nach San Antonio (2 Tage). Anschließend ging es nach Lajitas am Big Bend Nationalpark (4 Tage) im Südwesten von Texas und weiter mit einer Zwischenübernachtung in Kingsville (1 Tag) nach South Padre Island (4 Tage) ganz im Süden der texanischen Küste am Golf von Mexiko. Hier haben wir unsere ursprünglichen Reisepläne umgeworfen, Galveston und Houston gestrichen,  sind lieber für einen Abend nach San Antonio (1 Tag) zurückgekehrt und haben nach einem ausgiebigen Shopping in San Marcos am folgenden Tag unsere neuen Freunde am Colorado River in der Nähe von Austin ( 2 Tage) wiedergesehen. Die letzte Nacht – oder besser: die letzten Stunden – vor dem Rückflug verbrachten wir dann in einem einfachen Hotel in der Nähe des Dallas/Fort Worth International Airports.

Viele Tops und nur wenige Flops auf unserer Reise durch Texas

Ein Ranking unserer Reiseziele in Texas fällt uns deswegen schwer, weil wir diesmal so viele Highlights wie wohl nie zuvor in unseren Ferien hatten, dagegen nur eine „richtige Pleite“ erlebten. Der Lone Star State erhält von uns als Reiseland ohnehin mit fünf Sternen die Bestnote wegen seiner außergewöhnlichen und abwechslungsreichen Ziele und Sehenswürdigkeiten, dem überwiegend guten Preis- Leistungsverhältnis, guten bis sehr guten Unterkünften und nicht zuletzt wegen der freundlichen Menschen, die uns immer das Gefühl gaben, in Texas willkommen zu sein.

Inge und Horst votieren wegen der unglaublichen Naturschönheiten für den Big Bend Nationalpark im Südwesten von Texas. Die Region ist nach unserer Einschätzung noch reizvoller und vielfältiger als die anderen Nationalparks, die wir bislang in den USA und Kanada besucht haben. Hinzu kommt, dass wir in der Nebensaison im Big Bend waren und einen ganzen Nationalpark fast für uns alleine hatten. Besonders fasziniert hat uns der Santa Elena Canyon. An dieser Stelle fließt der Rio Grande an der Grenze zwischen den USA und Mexiko durch eine besonders enge Felsenschlucht, wodurch der an anderen Stellen eher gemächlich erscheinende Fluss fast zum Wildwasser wird.

Für Julia ist Austin Spitzenreiter unter unseren texanischen Reisezielen. Dabei waren wir am ersten Abend nach unserer Ankunft zunächst enttäuscht, weil wir das zuvor angekündigte „quirlige Leben“ und die Livemusik in der angeblichen „Musikhauptstadt“ vergeblich suchten – es war schließlich ein Montagabend und Ferienzeit. Die texanische Hauptstadt entschädigte uns in den folgenden Tagen mit Sehenswürdigkeiten wie dem außergewöhnlichen Capitol des Bundesstaates Texas, Erlebnissen wie dem abendlichen Start von Hunderttausenden Fledermäusen vor der Skyline am Lady Bird Lake oder auch Freizeitangeboten wie dem  Barton Springs Pool, einem riesigen Naturschwimmbad im Zilker Park, unweit des Stadtzentrums.

Nicht zu vergessen bei den besten Reisezielen sind auch San Antonio mit dem River Walk und der Aufenthalt auf der Medina River Ranch im Texas Hill Country, wo wir unsere neuen Freunde kennenlernten. Sonne, Meer, Strand, Sonnenauf- und Untergänge, bestes Seafood sowie die fröhliche Atmosphäre auf South Padre Island ganz im Süden der texanischen Golfküste haben uns so gut gefallen, dass wir den ursprünglich nur auf zwei Tage bemessenen Aufenthalt gleich um zwei weitere Tage verlängerten. Die Region Fort Worth und Dallas, wo wir drei Tage verbrachten, erwies sich als idealer Einstieg für unsere Reise durch Texas. Beim “National Day of the American Cowboy“ und beim abendlichen Rodeo in Fort Worth sahen wir das einzige Mal in Texas Cowboys auf ihren Pferden in Aktion.

Keine wirklichen Flops, aber auch nicht unbedingt notwendige „Musts“ sind aus unserer Sicht Besuche der von deutschen Einwanderern gegründeten Kleinstädte im Texas Hill Country wie Fredericksburg, Boerne und New Braunfels. Alle drei Gemeinden sind irgendwie „nett“ anzuschauen, sauber und bieten in den Restaurants vermeintlich „typisch deutsches Essen“, wobei die Zusammenstellungen der Gerichte schon gewöhnungsbedürftig sind: Jägerschnitzel mit Sauerkraut zum Beispiel.

Eine „richtige Pleite“ haben wir dann doch noch kurz vor Ende unserer Reise durch Texas erlebt – es wäre ja auch ungewöhnlich, wenn wir als deutsche Urlauber nicht etwas zu meckern hätten… Beim Besuch der King Ranch in der Nähe von Corpus Christi haben wir vor allem karge Steppenlandschaft, hin und wieder Kühe, die unter Büschen und Bäumen vor der heißen Sonne Schutz suchten und ein Pferd, allerdings ohne Cowboy darauf, zu sehen bekommen. Etwas aufregender hatten wir uns das zuvor angepriesene „typische Rancherleben“ schon vorgestellt.

Danke April, Lee und all den anderen

Solch einen Urlaub kann man unmöglich bis ins letzte Detail im voraus planen. Das wäre auch schade, weil es Möglichkeiten für spontane Änderungen der Ziele und Zeitpläne einschränken oder gar verhindern würde. Hätten wir alles im voraus gebucht – oder uns gar einer organisierten Mietwagen-Rundreise angeschlossen, wären wir vermutlich nie April und Lee und all den anderen wunderbaren Texanern begegnet, die viel dazu beitrugen, dass dieser Urlaub ein unvergessliches Erlebnis bleiben wird. Das Ehepaar aus Austin hatten wir beim Aufenthalt auf der Medina River Ranch im Texas Hill Country kennengelernt, wo die beiden mit ihren vier Kindern, den Eltern bzw. Schwiegereltern und einem befreundeten Paar gleich drei Geburtstage feierten. Wir wurden spontan eingeladen mitzufeiern. Bei einem typisch texanischen Barbecue begann an diesem Abend eine Freundschaft, die schon zwei Wochen später am Colorado River in der Nähe von Austin vertieft wurde.

Am Samstag sahen wir April und Lee wieder und lernten mit Steve und Susan zwei weitere wunderbare Menschen in Texas kennen, die uns wie alte Freunde in ihrem Haus am Colorado River aufnahmen. Gemeinsam verbrachten wir einen tollen Nachmittag und fühlten uns beim Baden, Jet-Ski- oder Bootfahren für einige Stunden wie im Paradies. Es war der krönende Abschluss unseres großartigen Urlaubs in New York und Texas.

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