2015 NYC+Alter Süden Reisetagebücher

Breakfast – Brooklyn – Broadway

Reisetagebuch New York City + Alter Süden – Teil 3: Inge und Julia sind heute Abend Nacht aus dem Häuschen. Beide  schwärmen um die Wette von „Something Rotten“. Während ich am Sonntagabend einige Stunden „freimachen“ durfte, haben sich die Mädels im St. James Theatre den neusten „Renner“ unter den Broadway Musicals angesehen.

Darin geht’s um zwei Brüder, die im ausgehenden 16. Jahrhundert dem damals schon berühmten Shakespeare Konkurrenz machen wollen. Das versuchen sie zunächst vergeblich mit klassischen Theaterstücken. Auf Anraten eines Verwandten des prophetischen Nostradamus versuchen sie es dann mit etwas völlig Absurdem: Mit Gesang auf der Theaterbühne – der Geburt des Musicals. In der Folge entwickelt sich eine augenzwinkernde Persiflage auf große Musicalerfolge, bei der vor allem die witzigen Dialoge hervorstechen. Unser Tipp: Wer demnächst New York besucht, moderne Musicals mag und einigermaßen gut Englisch versteht, sollte sich „Something Rotten“ nicht entgehen lassen.

Am Sonntagmorgen haben wir uns mit Christian Fahrenbach zum gemeinsamen Frühstück im Restaurant „Lallisse“ auf der Lexington Avenue, Höhe 30.Straße getroffen. Der Journalist mit Doktortitel und Ex-Schüler des Internet-Gurus Jeff Jarvis lebt seit 2012 mit einigen Unterbrechungen in New York. Von hier aus arbeitet er vorwiegend für deutsche Medien. Unter anderem verfasst er täglich für das Onlinemagazin „Krautreporter“ die „Morgenpost“, einen Newsletter mit reichlich Hintergrund zu den wichtigsten Themen des Tages. Nach zwei Stunden mit viel Fachsimpeleien bei leckerem amerikanischem Frühstück musste Christian sich schon wieder um seinen nächsten Artikel kümmern und wir durften weiter Ferien machen.

Unser heutiges Tagesziel war die Brooklyn Bridge, die die beiden New Yorker Stadtteile Manhattan und Brooklyn über den East River hinweg miteinander verbindet. Die im Jahr 1883 fertiggestellte Hängebrücke ist nicht nur ein wichtiger Verkehrsweg, sondern gehört neben Empire State Building und Freiheitsstatue zu den populärsten Attraktionen im Big Apple. Es wurde also höchste Zeit, dass wir die knapp zwei Kilometer lange Brücke endlich einmal zu Fuß überquerten. Allerdings hatten diese Idee neben uns mehrere Tausend weitere Touristen, mit denen wir uns in einer Art Gänsemarsch in Richtung Brooklyn bewegten.

Entschädigt wurden wir für das gelegentliche Gedränge und die nervende Klingelei von Radfahrern durch „Breathtaking Views“ auf Midtown Manhattan mit dem Empire Statebuildung und auf die Skyline von Manhattans Südspitze mit dem neuen One World Trade Center, das wir am Montag besuchen werden.

Auf der Brooklyn-Seite der Brücke hatten wir den Eindruck aus dem Hexenkessel New Yorks in eine ländlich geprägte Kleinstadt geraten zu sein: Hier gibt’s vergleichsweise wenig Lärm und viel Platz. Parkhäuser werben in Brooklyn mit Preisen zwischen 10 und 12 US-Dollar für den ganzen Tag. In Manhattan bekommt man dafür seinen Wagen gerade mal eine halbe Stunde lang abgestellt.

Unbedingt lohnenswert ist ein Besuch des Brooklyn Bridge Parks, der sich unterhalb der gewaltigen Brücke am East River entlang zieht. Auch von hier aus gibt es herrliche Ausblicke auf die gegenüberliegende Skyline – und auch eine U-Bahn-Station für die Rückfahrt nach Manhattan.

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