2015 NYC+Alter Süden Reisetagebücher

Und dann kam die Sonne…

Im 4. Teil unseres Reisetagebuchs geht’s hoch hinauf bis auf die Aussichtsplattform des neuen One World Trade Centers. Außerdem gibt’s zum Abschied von New York besonders leckere Burger.

Montagmittag gegen 11.30 Uhr: Es gab schon glücklichere Gesichter auf unseren Ferienreisen. Gemeinsam mit einigen Hundert weiteren Touristen schlenderten wir eher gelangweilt über die 100. Etage des neuen One World Trade Centers. Vom Observatory, der geschlossenen Ausssichtplattform in knapp 400 Meter Höhe (von insgesamt 541,30 Metern), sah es so aus, als hätte sich ein milchiger Schleier über New York gelegt. Die „Breathtaking View“ vom vierthöchsten Gebäude der Welt schien an diesem Tag wohl auszufallen.

Typisch, wie das „Paxe“* halt so machen, wenn’s im Urlaub mal nicht so klappt, wie zuvor erhofft, nörgelten auch wir über vermeintliche Mängel an dem erst im Mai eingeweihten gigantischen Büro- und Aussichtsturm im Süden Manhattans: „Entspiegelte Scheiben hätten die auf der geschlossenen Aussichtsplattform nun wirklich einbauen können. Wisst ihr noch wie schön das war, damals vor sechs Jahren auf dem CN-Tower in Toronto…?“ 20 Minuten später war Toronto schon wieder vergessen und die Welt in Lower Manhattan völlig im Lot. Entgegen der eher düsteren Wetteraussichten für den ganzen Montag, hatte sich die Sonne am Mittag doch noch blicken lassen und sorgte für ausreichende Lichtverhältnisse, um ganz passable Schnappschüsse von Midtown Manhattan, Brooklyn – und Manhattan Bridge oder Liberty Island mit der Statue of Liberty aus luftiger Höhe hinzubekommen.

Dennoch – es gibt andere Orte in New York, von denen wir noch reizvollere Blicke auf weite Teile der Metropole ergattern konnten – zum Beispiel erst am vergangenen Freitag vom Sockel der Freiheitsstatue aus. Mag sein, dass sich diese Ansicht auch schon unter weiteren Touristen herumgesprochen hat. Überraschend fanden wir schon, dass wir statt der fest eingeplanten längeren Wartezeit nach unserer Ankunft am Montagvormittag direkt in einen der Fahrstühle einsteigen konnten, der uns in nur 47 Sekunden in das 102. Stockwerk katapultierte, ohne dass wir von den in rasender Geschwindigkeit zurückgelegten Höhenmetern überhaupt etwas mitbekamen. Während wir in die Höhe schossen, lief in dem fernsterlosen Fahrstuhl ein animierter Kurzfilm.

Später, als wir dann im „Blue Smoke“ einen leckeren Burger verspeisten, diskutierten wir lange angeregt darüber, ob das One World Trade Center tatsächlich eine weitere Top-Attraktion in dem ohnehin schon reichhaltigen touristischen Angebot New Yorks darstellt. Unsere Antwort: „Jein!“ Wir sind froh, dass wir das höchste Gebäude der Vereinigten Staaten besuchen konnten, zumal so kurz nach der Eröffnung vor nicht einmal zwei Monaten. Wenn wir wieder nach New York kommen, werden allerdings andere Ziele auf unserer Agenda stehen: Zum Beispiel das Rockefeller Center oder das Guggenheim Museum, das wir auch diesmal – trotz fester Vorsätze vor Reisebeginn – erneut nicht besuchten.

Zurückkehren werden wir allerdings ins „Blue Smoke“ auf einen Burger oder Baby Back Ribs. Das Restaurant unweit des One World Trade Centers hatte uns Nadia Zaboura empfohlen – und damit genau unseren Geschmack getroffen. Hier werden unterschiedliche Fleischgerichte nach der deftig-würzigen Art der Südstaaten zubereitet – und zu einem für New Yorker Verhältnisse durchaus noch akzeptablen Preis vom ausgesprochen freundlichen Servicepersonal serviert. Für uns waren die Burger genau der richtige kulinarische Auftakt für unsere Weiterreise über Houston in die Metropolen des Alten Südens.

* „Paxe“ ist ein despektierlicher Ausdruck von Flugbegleitern und Reiseleitern für ihre Gäste. Der Begriff „PAX“ ist eigentlich die Kurzform für „Passenger“ oder „Passagier“.

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