2015 NYC+Alter Süden Reisetagebücher

Als wären wir die einzigen Touristen

Bevor wir am Freitag zu unserer Fahrt durch den „Alten Süden“ starten, wollen wir noch erklären, warum uns der Besuch von Houston trotz fehlender üblicher Touristenattraktionen gut gefallen hat.

Für New York könnte man wohl ohne lange nachzudenken 20 bis 30 Sehenswürdigkeiten und Attraktionen aufzählen, die den Besuch im Big Apple lohnenswert machen. Und für Houston? Nun ja – auf Nachfrage nannten uns Houstonians grundsätzlich das Space Center und dann …. kamen sie auch schon ins Grübeln. „Wie, ihr macht hier wirklich Urlaub?“ fragte uns ein Büroangestellter im JP Morgan Chase Tower verwundert, als wir uns bei ihm nach dem nächstgelegenen Zugang zum „Tunnel“ erkundigten. Dabei handelt es sich um ein insgesamt knapp zehn Kilometer langes klimatisiertes Wegesystem, dass die Bürohäuser der Innenstadt miteinander verbindet. Eine Art eigener Stadt unterhalb der Straßenebene mit Restaurants, Cafes, Boutiquen und anderen Läden, was bei Außentemperaturen von regelmäßig bis zu 40 Grad im Sommer äußerst angenehm – dabei allerdings noch lange keine wirkliche Touristenattraktion ist.

Die Ölmetropole mit 2,2 Millionen Einwohnern im Südosten von Texas wirkt zuerst steril. Entlang der Wolkenkratzer der Innenstadt ziehen sich bis zu achtspurige Schnellstraßen, auf denen der Autoverkehr häufig nur im Schritttempo vorankommt. Und das bei den üppigen Dimensionen der Stadt: Von unserem Hotel in Downtown-Nähe sind es etwa 50 Kilometer bis zum Space Center in die eine Richtung und ebenso weit ist es bis zum Premium Outlet Center in der entgegengesetzten Richtung, das wir am Donnerstag heimsuchten. Mit Erfolg – meint Julia zumindest. Dank Rabatten, Sonderrabatten und Nachlässen auf die Rabatte und Sonderrabatte, erstand sie gleich drei Paar Sportschuhe und Sneaker zum Preis von einem Paar, den sie dafür in Deutschland hätte bezahlen müssen.

Wer Ferien im klassischen Sinne mit aufgereihten Sehenswürdigkeiten machen will, der sollte Houston besser meiden. Wer allerdings eine moderne amerikanische Großstadt abseits der üblichen Urlauberrouten kennenlernen möchte, ist hier bestens aufgehoben. Erleichtert wird dieses Vorhaben durch die stets freundlichen und hilfsbereiten Texaner, die uns in den vergangenen zweieinhalb Tagen immer wieder das Gefühl vermittelten, als wären wir die einzigen Touristen hier. Das haben wir durchaus genossen.

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