2015 NYC+Alter Süden Reisetagebücher

…und plötzlich in Mississippi

Dass wir am Montag plötzlich in Mississippi „landeten“, hat uns selbst überrascht. Aus dem geplanten reinen „Transfertag“ von New Orleans in Louisiana nach Memphis in Tennessee wurde schließlich ein richtig aufregender Ferientag. Mehr dazu gibt’s im 11. Teil unseres Reisetagebuchs „New York City + Alter Süden“:

Dass wir auf dem Weg von New Orleans nach Memphis den Bundesstaat „Mississippi“ der Länge nach durchfahren würden, registrierten wir eigentlich erst so richtig, als wir auf der Interstate 55 Hinweisschilder für das Welcome Center erblickten.

Dort wurden wir so freundlich begrüßt, dass wir gleich einen ungeplanten Zwischenstopp in Mississippis Hauptstadt Jackson einlegten. Von den angeblich 190.000 Einwohnern waren am Montagmittag bei glühender Hitze allerdings höchstens ein Dutzend auf der Straße zu sehen. Tatsächlich wirkte die größte Stadt in Mississippi wie ausgestorben. Selbst am State Capitol konnten wir nur zwei sichtlich gelangweilte Sicherheitsbeamte entdecken. Zudem war der Turm der vermutlich einzigen Sehenswürdigkeit der Stadt für Reparaturarbeiten eingehüllt. Also beschränkten wir uns auf ein paar Schnappschüsse von der Front des stattlichen Parlamentsgebäudes und machten uns auf den Weg zum Cypress Swamp.

Auf dem Natchez Trail Parkway, der nördlich von Jackson nahezu parallel zur Interstate 55 verläuft, staunten wir über schnell wechselnde Landschaften mit saftig grünen Weiden, dichten Wäldern, Seen und Sumpfgebieten, die hier als „Swamps“ bezeichnet werden. Auf der insgesamt etwa 70 Kilometer langen Fahrt über die Nebenstraße kamen uns nur wenige Autos entgegen. Wer es sich in den US-Südstaaten leisten kann, verbringt die heißesten Wochen des Jahres lieber an den Stränden der Golfküste – und nicht im Sumpf, so wie wir.

Den nächsten Stop haben wir dann am Cypress Swamp Trail deswegen eingelegt, weil mehrere Reiseführer in Aussicht stellen, dass man auf dem knapp zwei Kilometer langen Rundweg durch das dicht bewucherte Sumpfgebiet mit einigem Glück neben Wasservögeln und Schildkröten, sogar Schlangen und Alligatoren zu sehen bekommen könne. See you later Alligator – die Bewohner der Sumpflandschaft hatten am Montag offenbar „Ruhetag“ und standen für Portraitfotos nicht zur Verfügung, was vor allem Inge sehr bedauerte. Aufregend war die kurze Wanderung trotzdem.

Auf der Weiterfahrt zum Highway Richtung Memphis kamen wir noch durch Kosciusko. Die etwa 7.000 Einwohner zählende Gemeinde „in the Middle of Nowhere“ erwähnen wir nur deswegen, weil hier vor 61 Jahren die amerikanische TV-Ikone Oprah Winfrey zur Welt kam. Nach weiteren zwei Stunden war dann unser eintägiger – eher zufälliger – Besuch im Bundesstaat Mississippi auch schon wieder zu Ende. Schade eigentlich – uns hat’s gefallen.

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