2015 NYC+Alter Süden Reisetagebücher

Rekord in Memphis: Der ganze Mississippi in einer Stunde

Wie wir am Mittwoch den über 3.700 Kilometer langen Mississippi von der Quelle bis zur Mündung in nur einer Stunde ablaufen konnten, verraten wir in der 13. Ausgabe unseres Reisetagebuchs „New York City + Alter Süden“. Außerdem zeigen wir, warum Memphis nicht nur wegen Elvis und Graceland einen Besuch wert ist.

Zugegeben, es gibt sicherlich aufregendere Reiseziele als Memphis, der mit rund 660.000 Einwohnern – knapp vor Nashville – größten Stadt des US-Bundesstaates Tennessee. Wer hierher kommt, will vor allem Graceland und weitere  Pilgerstätten im Andenken an Elvis Presley besuchen. Die Stadt am Mississippi hat allerdings mehr zu bieten – zum Beispiel eine recht beeindruckende Skyline. Die betrachtet und fotografiert man am besten von Mud Island aus. Die zwischen dem Mississippi und dem Wolf River aus Flussmatsch angeschwemmte Insel ist mit einer Monorail direkt von der Innenstadt aus zu erreichen.

Am Mittwochmittag war die Bahn nicht im Einsatz; mag sein, dass sich der Betrieb wegen der wenigen Besucher nicht lohnte. Das machte uns nichts aus. Wir gingen auf der überdachten Fußgängerbrücke die wenigen hundert Meter hinüber auf die Insel und erhielten dabei prima Aussichten, unter anderem auf die nach dem spanischen Entdecker aus dem 16. Jahrhundert benannte Hernando de Soto Bridge, die in einer Gesamtlänge von knapp sechs Kilometern Memphis mit West Memphis im benachbarten Bundesstaat Arkansas verbindet.

Seit 1991 macht Memphis sogar der ägyptischen Herkunft seines Namens mit einer eigenen Pyramide alle Ehre. Das in Mississippi-Nähe errichtete knapp 100 Meter hohe Gebäude war ursprünglich als Sport- und Unterhaltungspalast mit einer Kapazität für über 20.000 Zuschauern konzipiert. Sportveranstaltungen finden hier schon lange nicht mehr statt. Die Stadt Memphis und der Shelby County konnten das riesige Unterhaltungszentrum als Eigentümer nicht mehr finanzieren. Daher sprang der amerikanische Outdoor-Ausstatter Bass Pro ein und betreibt seit April dieses Jahre in „The Pyramid“ einen Megastore samt Hotel, Aquarien, Bowling-Bahn und mehr.

Drüben auf Mud Island gibt’s das Mississippi River Museum, dass wir uns allerdings schenkten. Stattdessen „wanderten“ wir lieber im Mud Island River Park entlang des über 3.700 Kilometer langen Mississippis – von der Quelle im Lake Itasca in Minnesota bis zur Mündung in den Golf von Mexiko, etwa 160 Kilometer südlich von New Orleans. Möglich wird der Spaß durch ein maßstabsgetreues Reliefmodell des Flussverlaufs und der Ufertopografie, das sich auf einer Länge von 800 Metern entlang des „realen“ Mississippis erstreckt. Das Betreten des riesigen Modells ist übrigens ausdrücklich erlaubt. Wer will, kann sogar Barfuß durch den nachgebildeten Fluss bis zur Südspitze von Mud Island waten.

Bevor wir uns auf den Weg in Richtung Nashville machten, sahen wir uns noch die Beale Street am Tage an. Auf dem vermeintlichen – jedoch viel kürzeren – Pendant zur Bourbon Street in New Orleans spielen Livebands am nachmittags ab 15.00 Uhr, allerdings nur vor wenigen Gästen. In Memphis ist im Hochsommer wegen der großen Hitze Nebensaison. Selbst A. Schwab, der berühmteste Laden auf der kurzen Vergnügungsmeile – Slogan: „If you can’t find it at Schwab’s, you’re bette off without it“ – hat täglich nur für wenige Stunden geöffnet. Heute ist der bereits 1876 gegründete Gemischtwarenladen ohnehin eher Touristenattraktion als Einkaufsstätte.

Zum Schluss sollte noch der berühmte Gitarrenbauer Gibson erwähnt werden. Fabrik und Verkaufsräume der Instrumentenschmiede liegen zwar nur einen Häuserblock von unserem Hotel entfernt. Für eine Besichtigung hat die Zeit schließlich nicht mehr gereicht. Vielleicht kommen wir ja noch einmal wieder nach Memphis – der laut Eigenwerbung „Musikhauptstadt der USA“.

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