2015 NYC+Alter Süden Reisetagebücher

Etwas Pech und jede Menge Country Music in Nashville

Reisetagebuch – Teil 14: Nashville ist ganz anders als Memphis: Mehr Business und weniger Südstaaten-Atmosphäre. Dafür gibt’s in der Welthauptstadt der Country Music jede Menge Live Shows. Manchmal treten hier sogar Superstars auch ohne Ankündigung auf.

Es gibt mehrere Gründe, warum wir in diesem Jahr auf unserer Tour durch Metropolen der US-Südstaaten Station in Nashville machen: Als wir uns im vergangenen Sommer über die verlassene Musikszene im sonst so quirligen Austin wunderten, empfahl uns Viktor Worms per Facebook, doch mal nach Nashville zu reisen, dort sei wirklich etwas los. Zudem entdeckte Inge im Frühjahr bei Netflix die gleichnamige TV-Serie „Nashville“, die in der Country Music-Szene spielt und deren bislang 66 ausgestrahlte Folgen sie regelrecht verschlang. Ausgerechnet der Hauptdarsteller der Serie, Charles Esten, trat am Donnerstagabend spontan im Hard Rock Café auf, während wir – eigentlich nur wenige Meter davon – durch Musikkneipen auf dem Broadway im Zentrum von Nashville zogen.

Shit – Inge erfuhr erst von Estens spontaner Teilnahme am Karaoke im Hard Rock Café per Periscope, nachdem wir in der Nacht in unser Hotel im „Opryland“, rund 15 Kilometer außerhalb von Nashville, zurückgekehrt waren. Ihr – immer noch anhaltender – Ärger ist für den Rest der Familie durchaus verständlich. Dennoch lassen wir uns den tollen Donnerstagabend mit richtig guter Livemusik und einigen „Bierchen“ im Wild Horse Saloon und anderen Musikkneipen von Nashville im Nachhinein nicht vermiesen.

Ohnehin steht Country Music im Mittelpunkt eines jeden Besuchs in Nashville – ob man das Musik-Genre nun mag oder nicht. Erster Anlaufpunkt ist die Country Music Hall of Fame. Dabei handelt es sich keinesfalls um eine einfältige Gedenkstätte für verdiente Vertreter dieser Musikrichtung – von denen wir ohnehin höchstens jeden dritten Künstlernamen zuordnen konnten. Nein, wir erlebten vier Stunden lang ein modernes Museum über zwei riesige Etagen (die in Reiseführern verzeichnete dritte Etage ist in Wahrheit der Eingangsbereich mit Souvenirshop und Restaurant) mit unzähligen Devotionalien – von Goldenen Schallplatten über Foto- und Plakatsammlungen bis hin zu Aufnahmestudios und Luxuslimousinen der Stars.

Besonders gut gefallen hat uns der interaktive Teil des Museums. Besucher haben hier unter anderem die Möglichkeit, Plattencover zu kreieren oder in kleinen Tonstudios eigene Versionen bekannter Songs aufzunehmen. Julia entschied sich für „Getting Back Together“ von Taylor Swift – und bekam das auch ganz gut hin.

Alles andere als Pech hatten wir am Donnerstag bei der Auswahl unseres Restaurants für ein frühes Abendessen. Wir entschieden uns für das „Aquarium“, das am Eingang der Opry Mills, einem riesigen Outlet- und Einkaufscenter ganz in der Nähe unseres Hotels, angesiedelt ist. Der Name ist hier Programm: In der Mitte des höhlenartig angelegten Restaurants befindet sich ein riesiges Wasserbecken mit unzähligen Fischen – von der Flunder über Rochen bis zu mittelgroßen Haien. Das Seafood, das uns der ausgesprochen freundliche Kellner servierte, kam allerdings nicht aus dem Becken – war aber unglaublich lecker und angesichts des außergewöhnlichen Ambientes durchaus moderat im Preis.

Am Freitagabend geht’s weiter mit Country Music in der legendären Grand Ole Opry. Inge hofft weiterhin, möglicherweise dort einen „ihrer Stars“ aus der TV-Serie „Nashville“ zu treffen. Wenn das klappen sollte, erfahrt ihr’s in unserem nächsten Tagebucheintrag.

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