Wer Atlanta besucht, kommt an Coca Cola nicht vorbei. Vor unserem 17. Tagebucheintrag haben wir am Sonntag jede Menge Zuckerwasser des größten Getränkeherstellers der Welt probiert und sind am Ende sogar bei Pepsi gelandet.

Inge lag bei der Auswahl unserer Unterkunft in Atlanta mal wieder goldrichtig. Unser Hotel Hyatt House liegt Downtown in Gehweite zu den wichtigsten Attraktionen der Stadt: Georgia Aquarium, CNN (besuchen wir am Montag) und Coca Cola World. Dazu haben wir auch noch zwei große Zimmer mit fantastischer Aussicht. Um einen Schnappschuss von der Skyline zu machen, müssen wir noch nicht einmal aus dem Bett steigen. Insofern können wir uns das Aufsuchen irgendwelcher  Aussichtspunkte gleich sparen – was bei den feuchtheißen Temperaturen schon eine Erleichterung ist.

Angenehm temperiert ist dagegen die World of Coca Cola. Wir haben dort am Sonntag mit gut drei Stunden mehr Zeit verbracht, als wir eigentlich geplant hatten. Verantwortlich dafür war vor allem John, der die von uns gebuchte VIP-Tour so interessant gestaltete, dass wir uns zeitweise vorkamen, wie in einem Marketing-Kurs für Fortgeschrittene. Dabei stellte der Coca Cola Mitarbeiter keinesfalls nur die Erfolge heraus – immerhin ist der Konzern bis auf Kuba und Nordkorea in allen Staaten der Welt vertreten. John erinnerte allerdings auch an das Debakel im Jahr 1985, als sich das Management nach ausführlichen Marktstudien entschloss, den Geschmack zu ändern – und Coca Cola süßer zu machen. Nach nur 79 Tagen wurde der Fehler korrigiert, weil Kunden hartnäckig protestiert – oder viele sogar die Marke gewechselt hatten.

Entwickelt wurde Coca Cola von dem Apotheker John Pemberton im Jahr 1886 in Atlanta. Um die geheimnisvolle Repzeptur gibt es allerlei wahre, halbwahre oder einfach erfundene Geschichten. Zumindest erzählte uns John während des Rundgangs, dass die „geheimnisvolle Formel“ inzwischen in dem riesigen Safe hinterlegt ist, den auch wir bei unserem Besuch zu sehen bekamen (aber leider nicht ordentlich fotografieren oder filmen konnten, weil uns immer wieder irgendjemand „durchs Bild lief“).

Insgesamt hat der Coca Cola Konzern heute 360 Getränke-Produkte weltweit auf dem Markt. 180 davon kann man am Ende der Führung durch die World of Coca Cola in einer riesigen „Probierstube“ mit unzähligen Zapfanlagen selbst probieren. Darunter waren durchaus gewöhnungsbedürftige – gelegentlichlich auch für unseren Geschmack ungenießbare Softdrinks, die in Afrika oder Ostasien nach Auskunft von John „absolute Renner“ sind.

Julia, die sich besonders auf die „Probierstube“ gefreut hatte, war das umfassende Zuckerwasserangebot am Ende dann doch zuviel. Von der World of Coca Cola in Atlanta war sie – genau wie der Rest der Familie – durchaus begeistert. Vom Getränkeangebot eher nicht. Sie will in nächster Zeit sogar ganz auf Coca Cola verzichten.

Ganz wagemutig zeigte sich Inge am Abend, als sie in unserem Hotel zum Essen glatt eine Pepsi bestellte – und zu ihrer Überraschung auch bekam. Und das mitten in Atlanta, nur wenige hundert Meter von Coca Cola entfernt.

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