2015 NYC+Alter Süden Reisetagebücher

Auszug aus dem Paradies

Versprochen: Im 23. Eintrag in unser Reisetagebuch gibt’s keine Strandbilder zum Neidischwerden für die Daheimgebliebenen. Vielmehr zeigen wir diesmal, dass der US-Bundesstaat Florida seinen Beinamen „Sunshine State“ längst nicht immer zu Recht trägt.

Der Tag, als der Regen kam“ (Hit von Dalida aus dem Jahr 1959) war für uns der Samstag, drei Tage vor der Heimreise nach Deutschland. Kurz vor Orlando, wo wir die letzten drei Nächte in den USA verbringen werden, sahen wir auf der Interstate 4 dem Spiel der Wolken gebannt zu. Innerhalb weniger Minuten wurde aus dem strahelnd blauen – ein nahezu schwarzer Himmel, aus dem das Wasser nur so herausschoss. Die Autos fuhren – wenn überhaupt – nur noch im Schritttempo, das Wasser klatschte an den Unterboden unseres gemieteten Dodge SUV.

Es sollte noch schlimmer kommen. Als wir am frühen Abend im Premium Outlet Center am International Drive (mehr dazu in unserem letzten Tagebucheintrag am Dienstag) hier in Orlando einige Besorgungen machten, landeten innerhalb kurzer Zeit gleich zwei Warnmeldungen des Weather Channels auf unseren Smartphones: Zunächst wurde „nur“ ein starkes Gewitter angekündigt. Eine halbe Stunde später kam auch noch eine Warnung vor Überschwemmungen dazu. Währenddessen schien sich über Orlando der Himmel geöffnet zu haben – regelrechte Wassermassen sorgten innerhalb weniger Minuten für nahezu unpassierbare Straßen. Es dauerte immerhin anderthalb Stunden, ehe wir das Center verlassen – und in unser Motel in der Nähe des Lake Buena Vista fahren konnten.

Die wiederholten Unwetter am Samstag mögen dazu beigetragen haben, dass sich unsere Ferienstimmung nicht unbedingt in der Nähe des Höhepunkts bewegt. Mit einiger Wehmut denken wir zudem an unser „Paradies“ in Clearwater Beach zurück, aus dem wir heute Vormittag ausgezogen sind. Warum haben wir eigentlich den Traumstrand und die netten Menschen an der Westküste Floridas gegen das laute Orlando eingetauscht, wo der (fälscherweise immer wieder für Deutschland verwendete) Begriff von der „Servicewüste“ Wirklichkeit ist? Bestimmt kennt ja Harry Pottter in den Universal Studios am Montag eine Antwort auf diese Frage.

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