Tagebuch USA/Kanada – Teil 22: Niagara Falls

6./7. September 2009. Man sollte vorsichtig bei der Vergabe von Superlativen sein. Das Prädikat „Breathtaking View“ hatten wir bereits in New York vergeben. Nun sind wir etwas ratlos, wie wir die spektakuläre Aussicht aus unserem Hotelzimmer direkt auf die Niagara Falls betiteln sollen. Machen wir’s kurz: Einfach umwerfend. Für rund 14 Euro Preisaufschlag haben wir ein Zimmer mit „Falls View“ gebucht und mehr dafür bekommen, als wir erwartet hatten. Aus dem 17. Stock blicken wir direkt auf die berühmten „Horseshoe Falls“ (Kanada) unter uns und die etwas kleineren „American Falls“ (USA) schräg gegenüber.

Es gibt höhere und breitere Wasserfälle und auch solche, bei denen wesentlich größere Wassermengen in die Tiefe stürzen. Dennoch – die berühmtesten Wasserfälle der Welt sind die Niagara Falls. Den direkt vor uns liegenden Hauptstrang der hufeisenförmig angegordneten „Horseshoe Falls“ kann man demnach wohl als den „Fall der Fälle“ bezeichnen (dieser  Schlenker ist dem Titel des Tagebucheintrags geschuldet).

Inzwischen haben wir die wichtigsten Touristenattraktionen er- und überlebt. Neben den Aussichten von unterschiedlichen Orten auf die Fälle und den Niagara River ist vor allem die Fahrt mit einer „Maid of the Mist“ ein spektakuläres  Erlebnis. Mit einem solchen stark motorisierten Schiff sind wir durch die brausende Gischt soweit in die Horseshoe Falls gefahren, dass die herabstürzenden Wassermassen zum Greifen nahe schienen.

Die Touristenregion Niagara Falls hat zwei völlig unterschiedliche Seiten. Einmal das mächtige Naturereignis der Wasserfälle mit dem sich anschließenden – zunächst reißenden Strom, der nur 20 Kilometer weiter nördlich lautlos in den Ontario See mündet. Auf der anderen Seite erinnert der Touristenrummel, der nur wenige Meter von den Wasserfällen beginnt, an eine Mischung aus „Ballermann“, Broadway und Las Vegas. Die „andere Seite“ haben wir uns weitgehend erspart.

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