12. August 2016 | Teil 1 unseres Reisetagebuchs „Washington, New York und Meer“: Viel zu kurzes Wiedersehen mit Julia in Georgetown und gefühlte 46 Grad in Annapolis.

Anflug-Washington
Anflug auf den Reagan Airport mit Blick auf Washington DC

Unser diesjähriger Urlaub begann im Tiefflug von New York nach Washington. Tatsächlich haben die Piloten der Passagiermaschinen Anweisung erhalten, auf dieser Strecke eine Reiseflughöhe von 8.000 Feet (ca. 2.400 Meter) nicht zu überschreiten, erklärte uns der Kapitän des American Airline-Flugs während wir in einer langen Schlange von Düsenjets am John F. Kennedy International Airport auf den Start warteten. Gewöhnlich fliegen die Maschinen in dreifacher Höhe. Gründe für die offensichtlich länger anhaltende Änderung nannte der Flugkapitän nicht. Für die Passagiere ist das bestimmt kein Nachteil: Die unendlichen Steig- und Sinkflüge werden reduziert und bei gutem Wetter ist die Aussicht fantastisch, aus einem Kurzstrecken- kann so durchaus ein Panorama-Flug werden. Nur – wir saßen leider über einer Tragfläche. So konnten wir nur beim Anflug auf den nationalen Reagan Airport ein paar Schnappschüsse machen.

Und damit herzlich willkommen zu unserem inzwischen schon siebten Reisetagebuch. Auch in diesem Jahr sind wir wieder in den USA mit einem Mietwagen unterwegs. Wir versuchen die schönsten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf unserer Route ausfindig zu machen und auch noch ein paar so genannte „Geheimtipps“ zu erkunden. Ob uns das gelingt, könnt ihr in den nächsten drei Wochen (hoffentlich täglich) hier nachlesen.

Route
Die geplante Route unserer siebten USA-Reise | Bild: Google Maps – Screenshot

Diesmal sind wir in Washington DC gestartet und fahren über Annapolis und Baltimore nach Lancaster im Zentrum des Dutch Country, wo die Amish People wie vor etwa 150 Jahren leben. Danach freuen wir uns auf Philadelphia und New York, wo wir diesmal – schon allein wegen der Unterstellung unseres Mietwagens – ein Hotel im Stadtteil Queens gefunden haben. Dann geht’s wieder in Richtung Süden, entlang der Atlantik-Küste über Atlantic City und Ocean City (das in Maryland) nach Virginia Beach. Bevor wir die letzten vier Tage in Washington alle Sehenswürdigkeiten erleben wollen, die wir vor sieben Jahren bei unserem damals viel zu kurzen Aufenthalt verpassten, besuchen wir noch die historischen Orte Williamsburg und Richmond.

Unser Reiseplan ist noch ausbaufähig. Für sachdienliche Hinweise zur Optimierung unserer Route und insbesondere für Geheimtipps im Hinblick auf unsere Zielorte sind wir immer dankbar: Facebook oder E-Mail

 

Mit Julia am Washington Harbour
Abendessen mit Julia am Washington Harbour im Stadtteil Georgetown

Diesmal gibt es allerdings einen entscheidenden Unterschied zu unseren Reisen in den vergangenen Jahren: Julia sehen wir auf unserer Ferienreise nur für ein paar Tage. Am ersten Abend trafen wir unsere Tochter in Washington DC, wo sie zurzeit ein Praktikum bei der Deutschen Welle macht. Gegen Ende des Urlaubs hoffen wir darauf, noch einige Zeit mit ihr gemeinsam in der US-Hauptstadt verbringen zu können.  Dass  sich Julia in Washington nach knapp zwei Wochen schon ganz gut auskennt, bewies sie mit der Auswahl des Restaurants im Stadtteil Georgetown direkt am Potomac River. Bei Farmers Fishers Bakers haben wir eine unglaublich gute Chowder (angedickte Suppe) mit Shrimps, Muscheln und Tintenfisch bekommen. Auch die Jambalya, ein kreolisches Reisgericht, das wir mit Meeresfrüchten bestellten, war richtig lecker.

Washington
Das Restaurant- und Geschäftsviertel Washington Harbour liegt im Zentrum des Stadtteils Georgetown am Potomac River

Kim, eine Freundin aus Washington, schrieb am Donnerstag auf Facebook: „Ich lebe seit 40 Jahren in Washington, kann mich allerdings nicht daran erinnern, dass der Temperatur-Index jemals zuvor 109 erreicht hat.“ Ja, liebe Kim, da müssen wohl erst die Müllers aus Hamburg kommen, um euch an der US-Küste mal so richtig einzuheizen. Spaß beiseite: beim Index von 109 ist es denn auch nicht geblieben. Als wir am Freitagmittag in Annapolis eintrafen, lag die gefühlte Temperatur in der kleinen Hauptstadt des US-Bundesstaates Maryland gar bei 115 Grad Fahrenheit – umgerechnet sind das immerhin 46 Grad Celsius. Gefühlt heißer war’s bislang eigentlich nur im Death Valley, wo das Thermometer bei unserem Besuch vor sechs Jahren stolze 51 Grad anzeigte.

Hafen mit der Kuppel des Maryland State House im Hintergrund
Hafen mit der Kuppel des Maryland State House im Hintergrund

Bei der Hitze blieb uns gar nichts anderes übrig, als am Hafen unseren Mietwagen abzustellen und schnell eine Rundfahrt im klimatisierten Trolley-Bus zu buchen. Die moderat eingestellte Klimaanlage war denn auch das Beste an der knapp einstündigen Tour. Stops, die eigentlich während der Stadtrundfahrt vorgesehen sind, fielen hitzebedingt aus. Dazu bot der „auf alt gestylte“ Bus nur begrenzte Aussicht und der „auf jung gestylte“ Fahrer nervte mit lautstarken Wortspielereien, die allerdings nicht wirklich witzig waren.

Waterfront
Bunte Holzhäuser an der Waterfront am Hafen von Annapolis

Also machten wir uns im Anschluss trotz der großen Hitze selbst noch einmal auf den Weg. Wir sahen am Hafen bunt angemalte Holzhäuser mit einladenden Restaurants. In den klimatisierten Räumen suchten die Besucher der an sich zauberhaften Kleinstadt an diesem Freitagnachmittag Schutz vor den gewaltig hohen Temperaturen. Wir probierten bei dieser Gelegenheit gleich den Crab Cake und entschieden uns für eine Version dieser Spezialität aus Krabbenfleisch, Teig und Gemüse, die unserem Flammkuchen nahekommt.

Crab Cake nach Art eines Flammkuchens am Hafen von Annapolis
Crab Cake nach Art eines Flammkuchens am Hafen von Annapolis

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Annapolis haben wir dann schließlich noch mit dem Mietwagen „abgeklappert“. Erwähnenswert ist vor allem das zwischen 1772 und 1779 erbaute Maryland State House. Das Gebäude ist immerhin der älteste Sitz eines Bundesstaaten-Parlaments in den USA. Auf der typisch geformten Kuppel befindet sich ein von Benjamin Franklin konstruierter Blitzableiter, der nach Angaben unseres Trolleybus-Fahrers erst vor wenigen Wochen bei einem Blitzschlag gute Dienste geleistet haben soll.

Das Maryland State House in Annapolis
Das Maryland State House in Annapolis

Nach ein paar Schnappschüssen von dem geschichtsträchtigen Parlamentsgebäude sind wir auch schon wieder in unseren klimatisierten Mietwagen gekrabbelt und erreichten am frühen Freitagabend das Hotel in Baltimore. Hier sollen laut Wetterprognosen die tatsächlichen Temperaturen am Samstag 37 Grad erreichen, gefühlt werden es wohl wieder deutlich über 40 Grad werden. The Heat is still on.

1 Kommentar zu “The Heat is on

  1. Kerstin Riemer

    Hallo ihr Weltenbummler, in Washington unbedingt am Hafen die vielen frischgefangenen King Prawns und weiteres Meeresgetier probieren. Allein die Stände, vollgestopft mit den Tierchen sind schon sehenswert. Gleich vor Ort essen.
    Ist zwar eine wilde Gegend, aber einfach mal hingehen.
    Viel Spaß LG Kerstin

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