17. August 2016 | In Philadelphia sind wir am Mittwoch auf den Spuren von Sylvester Stallone gewandelt und haben – nicht ganz freiwillig – das Philadelphia Museum of Art besucht. Am Ende des Tages trafen wir Julia in New York. | Teil 6 unseres Reisetagebuchs 2016.

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Das Philadelphia Museum of Art gehört zu den bedeutendsten Museen in den Vereinigten Staaten

Es sind 72 Stufen, die vom Benjamin Franklin Parkway hinaufführen zum Haupteingang des Philadelphia Museums of Art. Berühmt geworden ist die breite Steintreppe im Jahr 1976 durch den Oscar-preisgekrönten Film „Rocky“. Titelheld Sylvester Stallone schritt die Stufen hinauf, dazu wurde der Titel „Gonna Fly Now“ eingespielt. Neben der Independence Hall zählen die Stufen mit den Fußabdrücken des Film-Boxers zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Philadelphias. Verwundert  beobachteten wir am Mittwochvormittag vor allem amerikanische Touristen, die sich hier in eigenwilligen Körperhaltungen ablichten ließen. Wir haben „Rocky“ nie gesehen, sonst hätten wir gewusst, dass es sich um Nachahmungsversuche der typischen Siegerpose des Filmhelden handelte.

Die Rocky Steps vor dem imposanten Haupteingang des Philadelphia Museum of Art
Die Rocky Steps vor dem imposanten Haupteingang des Philadelphia Museum of Art

Schon 99 Jahre vor dem Kinostart von Rocky, im Jahr 1877 wurde das Philadelphia Museum of Art eröffnet. Das imposante Gebäude am Ende des Benjamin Franklin Parkways zählt zu den bedeutendsten Kunstmuseen der Vereinigten Staaten. Insgesamt sollen hier rund 226.000 Ausstellungsstücke zu sehen sein, darunter auch Werke des in Philadelphia geborenen Malers Thomas Eakins. Dessen realitätsnahe Gemälde eigenen sich nicht immer für empfindliche Mägen (weswegen wir hier auch auf eine Abbildung verzichtet haben).

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Für eine ausführliche Besichtigung des Philadelphia Museums of Art sollten mehrere Tage eingeplant werden

Wir wollten das Museum selbst eigentlich nicht besichtigen, sondern uns auf die Außenbereiche mit den Rocky Steps beschränken. Dann fielen wir (so wie „Greenhorns“) auf einen in den USA inzwischen verbreiteten Parkplatz-Trick herein: Auf der Rückseite des Museums verheißen große Schilder, dass wir unseren Wagen für 12 Dollar für vier Stunden in einer Parkgarage abstellen könnten. Das Kleingedruckte hatten wir übersehen – nämlich, dass dieser „günstige“ Preis nur für Museumsbesucher zutrifft. Ansonsten hätten wir 32 Dollar allein für die Unterstellung unseres Mietwagens berappen sollen. Also kauften wir zwei Eintrittskarten zu je 20 Dollar, um uns zumindest gegenseitig einreden zu können, dass wir doch gar nicht so unbedarfte Reisende sind…

Washington Square mit dem Denkmal des ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten, George Washington
Washington Square mit dem Denkmal des ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten, George Washington

Der – leider viel zu kurze – Museumsbesuch hat sich dann doch noch gelohnt. Dagegen hätten wir uns den Washington Square als letzten Besichtigungspunkt in Philadelphia durchaus ersparen können. Wir kennen in Hamburg keinen Park, der ähnlich heruntergekommen ist, so wie dieser vermeintlich geschichtsträchtige Ort unweit der Independence Hall. Statt zahmen Eichhörnchen – wie in Reiseführern verheißen wird – sahen wir zähnefletschende Kampfhunde, die an Leinen von Typen gehalten wurden, denen man selbst am hellichten Tag mitten in Philadelphia nicht begegnen mag. Also schnell weg in das Stadtzentrum zum Reading Terminal Market, wo es unzählige Stände mit deftigen und süßen Leckereien gibt.

Der Reading Terminal Market unweit der City Hall in Philadelphia
Der Reading Terminal Market unweit der City Hall in Philadelphia

Bei einem – für Philadelphia zum Lunch ganz typischen – Hot Pastrami Sandwich haben wir unseren knapp zweitägigen Aufenthalt in der größten Metropole Pennsylvanias noch einmal Revue passieren lassen und sind zu dem gleichlautenden Ergebnis gekommen: Es hat sich gelohnt, einen Tag mehr Zeit wäre allerdings nicht schlecht gewesen.

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Julia macht im abendlichen Manhattan einen Schnappschuss vom Chrysler Building

Mehr Zeit für Philadelphia hatten wir deswegen nicht, weil wir uns am Mittwochabend in New York mit Julia verabredet hatten. Im Rahmen ihres Praktikums bei der Deutschen Welle in Washington darf unsere Tochter für einige Tage in New York bei Filmaufnahmen für eine Dokumentation dabei sein. Zwar wird sie tagsüber keine Zeit für uns haben. Wir freuen uns aber schon auf gemeinsame Abende mit Julia – so wie auf unseren früheren Reisen.

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