2016 USA-SONY Tour Reisetagebücher

Willkommen im Bear Country

29./30. August 2016 | Wir haben’s wieder nicht geschafft: Angeblich sollen sich mehr als 500 Schwarzbären im Shenandoah Nationalpark „tummeln“ – nur vor unserer Kamera leider nicht. Trotzdem hat sich der Ausflug in dieses Naturrefugium unweit von Washington mehr als gelohnt. Im 18. Reisetagebucheintrag berichten wir außerdem von unserem Besuch auf dem Anwesen des 3. US-Präsidenten Thomas Jefferson.

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Unsere Hütte im Shenandoah Nationalpark

Leute wir sind wieder da – und nicht wie schon einige treue Leser unserer Tagebucheinträge befürchtet haben, bei der „Bärenjagd“ im Shenandoah Nationalpark „irgendwie abhanden gekommen“. Nein, die Internet-Versorgung in der Big Meadows Lodge, wo wir die Nacht von Montag auf Dienstag in einer gemütlichen Holzhütte verbrachten, war so schlecht, dass an einen Blogpost einfach nicht zu denken war. Statt für das Reisetagebuch zu schreiben, genossen wir am Montag lieber den herrlichen Sonnenuntergang über Shenandoah (was aus der Sprache der hier ehemals lebenden indianischen Ureinwohner stammt und „Häuptling“ bedeutet).

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Sonnenuntergang über der Big Meadows Lodge im Shenondoah Nationalpark

„Häuptling“ unter den Tieren ist in dem nur anderthalb Autostunden von Washington DC entfernt gelegenen Naturrefugium der Schwarzbär. Aus diesem Grund wird der Shenandoah Nationalpark auch „Bear Country“ genannt. Angeblich sollen an beiden Seiten des 170 Kilometer langen Skyline Drive, der auf dem Kamm des bis zu 1.200 Meter hohen Mittelgebirges verläuft, mindestens 500 Schwarzbären leben. Uns sind die – angeblich harmlosen – Teddys am Montag und Dienstag jedenfalls aus dem Weg gegangen. Dafür trauten wir unseren Augen nicht, als wir kurz nach Einfahrt in den Park am südlichen Ende eine Klapperschlange mitten auf der Straße entdeckten. Aus sicherer Entfernung waren an dem leblos wirkenden Tier keine äußerlichen Verletzungen zu erkennen. Auf eine genauere Untersuchung haben wir aber besser verzichtet.

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Vermutlich tote Klapperschlange auf dem Skyline Drive im Shenandoah Nationalpark

Das zweite „wilde Tier“ sahen wir am Dienstag während einer kurzen Wanderung auf einem der gut gekennzeichneten Wege, die hier „Trails“ genannt werden. Auf halber Höhe eines Baumes hatte es sich ein Eichhörnchen bequem gemacht und ließ sich auch von uns eifrig fotografierenden Menschen beim Mittagessen überhaupt nicht stören.

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Ein Eichhörnchen auf einem Baum bei der Nahrungsaufnahme

Nun gut, da es mit unserer „Groß-Wildsafari“ mal wieder nicht so recht klappen wollte, haben wir uns auf die wundervolle Landschaft links und rechts des Skyline Drives konzentriert. Insgesamt gibt es auf der Strecke mehr als 50 gekennzeichnete „Outlooks“, die abwechselnd weite Ausblicke auf beide Seiten des Gebirgszuges freigeben.

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Aussicht von einem der mehr als 50 „Outlooks“ entlang des Skyline Drives im Shenandoah Nationalpark

Dazu werden Wanderwege in unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden angeboten. Wegen der auch hier oben noch herrschenden Hitze von 30 Grad und mehr entschieden wir uns für drei kürzere Touren. Ein Trail führte uns zu den Dark Hollow Falls. Obwohl dieser Weg als der populärste Wanderweg im gesamten Shenandoah Nationalpark gilt, waren neben uns am Dienstagvormittag höchstens ein Dutzend weiterer Ausflügler unterwegs. Jetzt, Ende August ist hier Nebensaison. Der große Ansturm beginnt wieder ab Mitte September, wenn die Temperaturen sinken und die Blätter auf den Bäumen bunt werden.

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Fotopause an den Dark Hollow Falls. Das Foto machte ein Tourist aus Perth in Australien

Bevor wir am Montag in den Shenandoah Nationalpark fuhren, haben wir  Monticello, das prachtvolle Anwesen des 3. US-Präsidenten Thomas Jefferson (1801-1809) besucht. Die Gegend um die Kleinstadt Charlottesville erinnert sofort an die Toskana. In Italien ließ sich Jefferson auch bei der Planung für sein Haupthaus und die Gartenanlagen als Kern der auf einem Hügel gelegenen Plantagenanlage inspirieren.

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Das Haus von Thomas Jefferson auf Monticello in der Nähe von Charlottesville in Virginia

Thomas Jefferson, der in der Nähe von Charlottesville geboren wurde und 83jährig auf seinem Anwesen Monticello verstarb, hat in Virginia eine herausragende Bedeutung unter den historischen Persönlichkeiten – weit vor George Washington. Jefferson  gilt als einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten und als treibende Kraft bei der Unabhängigkeitserklärung. Darüber hinaus war er in seiner Zeit ein technisches Universalgenie und führender Gelehrter. Im Jahr 1819 Uhr gründete Jefferson in Charlottesville die University of Virginia an der heute mehr als 20.000 Studenten unterrichtet werden.

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