2016 USA-SONY Tour Reisetagebücher

Déjà-vu in Washington

1. September 2016 | Familien-Fotos vor dem United States Capitol oder Julias Auftritt als „White House Correspondent“ im Newseum: Am Donnerstag erinnerten wir uns gern an unseren ersten gemeinsamen Besuch in der US-Hauptstadt vor sieben Jahren. Hier ist die 20. Folge unseres Reisetagebuchs 2016:

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Im Newseum gibt’s interaktive Medienanalysen zum US-Wahlkampf

Als wir Anfang September 2009 zum ersten Mal gemeinsam nach Washington, D.C. kamen, war Barack Obama noch neu im Amt des Präsidenten. Jetzt spricht hier kaum noch jemand über den damaligen Hoffnungsträger im Weißen Haus. Amerikas Medien kennen zurzeit nur noch ein Thema: Wird Donald Trump tatsächlich nächster Präsident des mächtigsten Landes der Welt? Dass die Berichterstattung über den umstrittenen Kandidaten vor allem in den großen TV-Networks wesentlich umfangreicher ist als über dessen Gegenkandidatin Hillary Clinton, lässt sich anhand von optisch bestens aufbereiteten interaktiv bedienbaren Statistiken im Newseum schnell nachvollziehen. Ergänzend erklärt uns John, ein ehemaliger Lehrer, der in dem Washingtoner Medien-Museum als Tour Guide arbeitet, dass Hillary einfach zu langweilig sei, um häufiger als bislang ganz vorn in den News „aufzutauchen“.

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Inge im Gespräch mit John, einem der hoch motivierten Tour Guides im Newseum

Man muss nicht – so wie wir – beruflich mit Journalismus und Medien zu tun haben, um vom Newseum in Washington fasziniert zu sein. Auf insgesamt sieben Etagen wird die Entstehung der Medien anschaulich dokumentiert. Anhand von Originaldokumenten und Filmausschnitten wird die Berichterstattung über besondere Ereignisse eindrucksvoll dargestellt – zum Beispiel der Fall der Berliner Mauer oder die furchtbaren Terroranschläge vom 11. September 2001. In Galerien wird der Journalisten gedacht, die ihr Leben bei der Ausübung ihres Berufes verloren: Der wahrhaftigen Berichterstattung vom Ort des Geschehens.

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Blick in die Halle des Newseum in Washington

Das Newseum bietet aber auch jede Menge Unterhaltung: 4-D-Movie (das am Donnerstag leider geschlossen war), interaktive Games, in denen Nachrichten im Mittelpunkt stehen oder die Möglichkeit, sich als Reporter in einer Fernsehkulisse auszuprobieren. Bereits vor sieben Jahren hatte sich Julia an dieser Stelle schon einmal als „Junior White House Correspondent“ gemeldet – am Donnerstag gab’s ein „Remake“, diesmal allerdings als „Capitol Hill Correspondent“. Allerdings können die so produzierten kurzen Videos heutzutage nicht mehr im Anschluss von der Plattform des Newseum heruntergeladen werden. Schade.

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Julia diesmal als „Capitol Hill-Correspondent“ | Screenshot von einem Video-Display im Newseum

Vom Balkon des Newseums in der sechsten Etage hat man übrigens einen der besten Ausblicke in Washington auf das United States Capitol. Auch hier erinnerten wir uns an die vielen Fotos, die wir an dieser Stelle bereits vor sieben Jahren machten. Die anschließende Besichtigung des US-Kongresses war am Donnerstag wegen der zurzeit laufenden Renovierungsarbeiten in der berühmten Kuppel leider nur unvollständig. Die kostenlose Führung, zu der wir uns im Internet am Abend zuvor angemeldet hatten, berücksichtigte lediglich die Krypta mit 13 Marmor- und Bronzestatuen, den historischen Raum des US-Senats sowie das Museum im Untergeschoss, in dem uns anhand von Modellen die Entstehungsphasen des Capitols erläutert wurden.

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Das Capitol vom Newseum aus fotografiert

Als wir vom Capitol Hill hinüber zur Union Station, dem prachtvollen Hauptbahnhof der US-Hauptstadt schlenderten, hatten wir noch ein Déjà-vu in Washington: Es fing an zu regnen – genauso wie vor sieben Jahren bei unserem ersten Besuch. Macht nichts – am Freitag soll’s nochmal richtig schön werden, wenn wir das Weiße Haus, Lincoln Memorial und weitere Attraktionen von Washington zum Abschluss unserer Reise besuchen wollen.

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