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11. November 2016. Schnappschüsse von Menschen aus dem Land der unbegrenzten (Wahl-) Möglichkeiten, aufgenommen während unserer Sommerferien 2011, 2014 und 2016 entlang der US-Ostküste zwischen New York und Miami. 

Große Arien im Bryant Park inmitten der Wolkenkratzer von Manhattan. Während Büroangestellte, Verkäufer, Handwerker und ganze Familien ihre Mittagspause in dem beliebten Park verbringen, werden sie von Mitgliedern des Ensembles der New York City Opera stimmgewaltig unterhalten. Sie machen damit Werbung für ihr Opernhaus, das dringend Besucher braucht, um weiter existieren zu können.
Ein berittener Polizist am Times Square in New York. Ordnungshüter sind in den Vereinigten Staaten nicht gleichzeitig auch immer "Freunde und Helfer". Nach Recherchen des "Guardian" verloren im vergangenen Jahr 1.146 Menschen bei Polizeieinsätzen ihr Leben. Es ist zu befürchten, dass diese Zahl im Jahr 2016 sogar noch übertroffen wird.
Zwei Bauarbeiterinnen bei einer kurzen Pause im New Yorker Financial District ganz in der Nähe der berühmten Wall Street. Gemeinsam mit ihren männlichen Kollegen renovieren sie die riesige Fassade eines in die Jahre gekommenen Geschäftsgebäudes.
Gleich um die Ecke, direkt in der Wall Street entdecken wir ein kleines Mädchen, das einem alten Vietnamesen begeistert zuhört, der seiner "Sprechenden Geige" fernöstliche Töne entlockt. Die "coolen Kids" auf der linken Seite würdigen den Musikanten keines Blicks und bearbeiten stattdessen lieber ihre Smartphones.
Macy's im New Yorker Stadtteil Manhattan, ganz in der Nähe des Empire State Buildings, gilt als das größte Kaufhaus der Welt. In der Kosmetikabteilung im Erdgeschoss des gigantischen Konsumtempels werden vor allem gut betuchte Kundinnen mit kostenlosen Make-Up-Sitzungen zum Kauf teurer Markenprodukte angelockt.
Nicht nur für den "kleinen Hunger zwischendurch": Eine Kundin gibt im Stadtteil Queens ihre Bestellung an einem Hot Dog Cart auf. In ganz New York soll es zwischen 2.000 und 3.000 dieser mobilen Imbisse geben, Neben Hot Dogs werden häufig auch Fleischgerichte wie Kebab, Gebäck, Kaffee und Softdrinks angeboten.
Ein Paar tanzt zu der Musik einer kubanischen Band bei einem Salsa Festival auf Roosevelt Island. Die etwa drei Kilometer lange und höchstens 230 Meter breite Insel im East River zwischen den Stadtteilen Manhattan und Queens ist noch immer ein echter Geheimtipp für New York-Besucher.
Mitarbeiter des "Trump Taj Mahal" in Atlantic City demonstrierten fast den ganzen Sommer lang für bessere Bezahlung sowie Zuschüsse zur Alters- und Krankenversicherung. Inzwischen wurde das Entertainment- und Hotelressort geschlossen. Der künftige US-Präsident Donald Trump hatte den wirtschaftlich maroden Komplex schon 2014 an eine Investorengruppe verkauft.
Im geschichtsträchtigen Philadelphia, knapp zwei Autostunden südlich von New York, wurde 1776 die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten unterzeichnet. An diesem schwül-heißen Augusttag verschafft sich ein kleiner Junge Abkühlung durch die Wasserfontänen im so genannten "Love Park" vor dem schmucken Rathaus im Zentrum der Stadt.
Im Hinterland von Philadelphia liegt "Dutch Country", das Land in dem Amish People und Mennoniten ihre traditionellen Sitten und Gebräuche bewahren. Auf diesem Schnappschuss sind zwei junge Men­no­ni­tinnen an einer Landstraße zu sehen, die einen modern-salopp gekleideten Begleiter gefunden haben.
Kaum vorstellbar ist, was dieser vermutlich aus Lateinamerika stammende Arbeiter im Hafen von Baltimore (Maryland) leistet: In glühender Nachmittagssonne mit Temperaturen von mehr als 40 Grad setzt er mit Presslufthammer und anderen Gerätschaften den Steg zum Anleger von Wassertaxis instand.
Vorfreude auf einen Badetag am Atlantik: In Rehoboth Beach, dem populärsten Seebad des Bundesstaates Delaware, haben wir diese Großfamilie auf ihrem Weg an den breiten Sandstrand fotografiert. Im Sommer wird der Badeort vor allem von Sonnenhungrigen aus Washington, D.C. und Baltimore regelrecht "überflutet".
Randy fährt mit seinem Motorboot Touristen durch die Lagunenlandschaft von Chincotheague Island. Am südlichen Ende der Delmarva-Halbinsel können hier Besucher Seeadler, Delphine und wilde Pony-Herden aus der Nähe bestaunen. Für Randy waren wir übrigens die ersten Gäste aus Deutschland, die er durch dieses selbst in den USA kaum bekannte Naturparadies begleitet hat.
Im Colonial Williamsburg, dem ältesten Freizeitpark der USA im US-Bundesstaat Virginia, erleben Besucher eine gelungene Mischung aus lebendigem Museum und Disney World. Mehrmals täglich ziehen hier tapfere amerikanische Freiheitskämpfer gegen britische Besatzungstruppen in den Kampf - und gewinnen immer.
Anziehungspunkt für die Menschen aus den Metropolen an der US-Ostküste ist in den heißen Sommermonaten auch der Virginia Beach, ganz im Süden des gleichnamigen US-Bundesstaates. An dem 57 Kilometer langen Strand herrscht zumeist eine spürbare Brandung, in die sich auch diese beiden Jungen mit Begeisterung stürzen.
Nur wenige Meilen entfernt vom hektischen Virginia Beach liegt der teilweise unter Naturschutz stehende First Landing State Park mit weißem Sandstrand, Zypressensümpfen und weitgehend unberührter Natur. Wie im Paradies scheint sich hier auch dieser Vater mit seiner kleinen Tochter bei einem Strandbummel am frühen Abend zu fühlen.
Weiter südlich am 60 Kilometer langen Myrtle Beach im US-Bundesstaat South Carolina vergnügen sich diese Frauen mit ihren Kindern in der Wasserlandschaft eines ansonsten recht heruntergekommenen Hotelkomplexes. Der lange und breite Sandstrand steht im krassen Widerspruch zu den zumeist geschmacklosen Betonbauten für die weniger betuchten Familien, die hier Urlaub machen.
Zweifelhafte Mutprobe in einem Aligator Park bei Florida City. Der Dompteur geht auf Tuchfühlung mit den spitzen Zähnen des gefährlichen Reptils. Nur wenige Zuschauer verfolgen das vermeintliche Spektakel. Am Ende bekommt der Park-Mitarbeiter nur wenig Beifall und - was für ihn wohl schlimmer ist - kaum Trinkgeld.
"Head Downer" am Pool eines Luxushotels am Clearwater Beach an der Westküste Floridas. Statt Schwimmen, Sonnenbaden oder Volleyball zu spielen, vergraben sich - längst nicht nur amerikanische - Urlauber heute lieber in ihre Smartphones, um den Rest der Welt via Facebook, Instagram oder Twitter mit ihren Selfies vom Nichtstun zu nerven.
"The Rich and the Shameless" werden die Reichen und Superreichen genannt, die sich im Hafen von Miami auf ihren Speedbooten selbst gern zur Schau stellen. Für 27 Dollar pro Person darf der "Normalbürger" bei einer Bootstour den Reichen und Schamlosen ein wenig näher kommen. Unter Trump als 45. Präsident der Vereinigten Staaten wird sich daran wohl kaum etwas ändern.
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