Blog

Journalisten, zu denen ich gern aufschaue

9. Februar 2017 | Bastian Obermayer, Frederik Obermaier und Vanessa Wormer sind die Journalisten des Jahres 2016. Ausgezeichnet wurden die drei Redakteure der Süddeutschen Zeitung vom Medium Magazin für die „Panama Papers“, durch die sie die Machenschaften weltweit agierender dubioser Briefkastenfirmen öffentlich machten. Die Jury nannte die gemeinsam mit 400 internationalen Journalisten über ein Jahr lang betriebene Recherche den „Scoop des Jahres“. 

Titelbild: Medium Magazin-Chefredakteurin Annette Milz und Laudator Hajo Seppelt (rechts) überreichen Frederik Obermaier und Vanessa Wormer die Urkunde „Journalisten des Jahres 2016“. Kollege Bastian Obermayer macht zurzeit ein Sabbatical als Stipendiat an der Universität von Michigan. | Bild: Dietmar Gust

Die Journalistenpreise wurden in dieser Woche von der 80 Mitglieder umfassenden Jury, der ich bereits zum dritten Mal angehören durfte, in insgesamt 14 Kategorien vergeben. Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali wurde im Segment „Politik“ für ihre „bemerkenswerten Qualitäten als politische Debattenführerin“ geehrt. Marc Rath von der Volksstimme (Magdeburg) erhielt die Auszeichnung als „Reporter Regional“, weil er sich seit 2014 akribisch mit der Briefwahlaffäre in Stendal befasst hatte. Die Ergebnisse seiner Recherchen zwangen im August des vergangenen Jahres schließlich den Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt, Hardy-Peter Güssau, zum Rücktritt. Besonders anerkennenswert fand unsere Jury auch den Mut und die journalistischen Leistungen von  Martin Hoffmann. Er hatte seinen festen Job beim Springer Verlag gekündigt und mit der Resi-App ein journalistisches Startup gegründet. Hoffmann erhielt zurecht den Preis als „Entrepreneur“ des Jahres im deutschen Journalismus.  Und dann haben wir auch noch Jan Böhmermann in der Kategorie „Unterhaltung“ ausgezeichnet. Begründung: „Er polarisiert – und das ist gut so.“ Alle Preisträger und die Begründungen der Jury gibt’s im Webportal des medium magazins (Beta-Version).

Journ-07-JDJ2016_039_credit-Wolfgang-Borrs
Gruppenbild mit den Journalisten des Jahres 2016. Der Filmemacher Alexander Kluge (vorn, 2. von links) wurde für sein Lebenswerk ausgezeichnet | Bild: Wolfgang Borrs

Ich mag die „Feier der Journalisten des Jahres“, die auch diesmal wieder im Deutschen Historischen Museum in Berlin stattfand, weil hier nicht etwaige Promis im Mittelpunkt stehen, sondern die Protagonisten und ihre herausragenden Leistungen. Einer der Journalisten, zu denen ich immer noch gern aufschaue, ist Rolf-Dieter Krause. Bevor er im vergangenen Sommer in den Ruhestand ging, hatte er insgesamt 20 Jahre lang verständlich, fundiert – aber auch kritisch über die EU aus Brüssel berichtet. Dafür wurde Krause vor vier Jahren vom Medium Magazin als Journalist des Jahres ausgezeichnet. Als Gast der diesjährigen Veranstaltung konnte er sich vermutlich selbst davon überzeugen, dass es immer noch guten Nachwuchs im Journalismus gibt, auch wenn die Rahmenbedingungen nicht leichter werden.

Schnappschüsse von der Feier der Journalisten des Jahres

Schnappschuss mit Rolf-Dieter Krause, einem der großen deutschen TV-Journalisten, der im Sommer 2016 in den Ruhestand ging.
Annette Milz, Medium Magazin-Chefredakteurin und Gastgeberin der "Feier der Journalisten des Jahres", mit ZDF-Moderatorin Dunja Hayali, Preisträgerin in der Kategorie "Politik" | Bild: Dietmar Gust
Querdenker interviewt Vordenker (oder umgekehrt): Stefan Niggemeier (Übermedien) mit Richard Gutjahr, beide Zweitplatzierte in den Kategorien "Entrepreneur" bzw. "Reporter National"
Immer im Einsatz: Jörg Wagner (radioeins) interviewt Jan Böhmermann, der in der Kategorie "Unterhaltung" vorn lag, weil "er polarisiert".
Die besten "Reporter Regional" sind Katharina Thoms und Sandra Müller (SWR Hörfunk), Marc Rath (Volksstimme) und Ingrid Grohe (Der Westallgäuer). Es gratuliert Laudator Uwe Vetterick (Sächsische Zeitung, Mitte). | Bild: Wolfgang Borrs
Anregende Gespräche bereits vor dem offiziellen Teil der Feier - hier mit Ines Pohl (Deutsche Welle), Markus Grill (Correctiv) und Christoph Reuter (Der Spiegel) | Bild: Dietmar Gust
Top