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Don’t kill the Radiostar

25. Juni 2017 | Bei den Lokalrundfunktagen in Nürnberg gehe ich zusammen mit gestandenen ModeratorInnen der Frage nach, warum Persönlichkeiten an den Radiomikrofonen heutzutage vermutlich wichtiger sind, als jemals zuvor. | Titelbild: Robert Kratky im Ö3-Studio, YouTube/Whatchado.

Robert Kratky bei der Spendenaktion Ö3-Weihnachtswunder in Graz im Dezember 2015 | Bild: Dnalor_01, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0

Der hat’s geschafft: Robert Kratky ist „wer“ in Österreich. Der 44jährige Radiomoderator gehört zur Prominenz in der Alpenrepublik, wird auf der Straße erkannt und ist selbst Gegenstand der Berichterstattung in der Boulevard-Presse, wenn’s angeblich mit der Freundin Streit gibt. Seit 13 Jahren moderiert Kratky den Ö3-Wecker. Damals löste er die Radiolegende Hary Raithofer ab, den er in Sachen Bekanntheit längst überholt hat. Das liegt auch an seiner regelmäßigen Präsenz im Fernsehen. Robert Kratky ist in seinem Heimatland der populärste Hörfunkmoderator und wurde 2015 mit dem Österreichischen Radiopreis als bester Moderator ausgezeichnet. Ich freue mich, dass ich mit ihm und den geschätzten deutschen KollegInnen Sina PeschkeCarmen Schmalfeldt sowie nicht zuletzt mit Viktor Worms bei den Lokalrundfunktagen am 4. Juli in Nürnberg über die Bedeutung von Radiomoderatoren für den Erfolg einer ganzen Branche diskutieren kann.

Mit Viktor Worms bei der Verleihung des Grimme Preises 2017 in Marl | Bild: privat

Die Forderung „Don’t kill the Radiostar“ kommt nicht von ungefähr. Einerseits könnten immer neue technische Raffinessen – wie die Adobe-Sprachsoftware „Voco“ – Moderatoren bald überflüssig machen; andererseits suchen viele Stationen händeringend nach engagiertem aber auch geeignetem Nachwuchs. Im vergangenen Jahr veranstalteten die beiden Radioberaterinnen Yvonne Malak und Marina Riester gemeinsam mit Privatsendern und der Sächsischen Landesmedienanstalt sogar einen öffentlichen Radio Casting Day in Leipzig und Dresden, um junge Sachsen von einer „Karriere in einem Medium mit vielen Möglichkeiten“ zu überzeugen.

Steffen Lukas und Claudia Switala von Radio PSR unterstützten die Nachwuchssuche in Sachsen | Bild: Radio PSR

Hinzu kommt, dass Radiosendern inzwischen Konkurrenz durch Spotify, Apple Music und Amazon erwachsen ist, die nicht nur junge Nachwuchstalente, sondern auch gestandene Radiomacher für sich gewinnen wollen. Bekanntestes Beispiel in Deutschland ist bislang der Wechsel von Jan Böhmermann und Olli Schulz mit ihrer Sendung „Fest & Flauschig“ vom RBB-Kanal RadioEins zum Streaming-Dienst Spotify.

Es gibt also viel zu besprechen auf den Lokalrundfunktagen. Ich würde mich freuen, möglichst viel bekannte Gesichter aus der Branche bei dieser Gelegenheit begrüßen zu können. Wir sehen uns am 4. und 5. Juli in Nürnberg.

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