2017 USA mit Mein Schiff Reisetagebücher

Wettrennen mit Hurrikan „José“

17. September 2017 | Unsere Kreuzfahrt mit „Mein Schiff 6“ bleibt ganz schön spannend: Im zweiten Teil unseres Reisetagebuchs berichten wir über einen Hurrikan, dem wir zum Glück nicht begegnet sind und stellen unser „schwimmendes Hotel“ etwas näher vor. | Titelbild: Digitale Seekarte des Fahrtgebiets mit Hurrikan „José“ (Mein Schiff 6).

Kapitän Todd Burgman bei der Vorstellung der Schiffsleitung

Eigentlich ist es völlig überflüssig, dass sich Kapitän Todd Burgman, seine Offiziere und die Reederei Gedanken über unsere weitere Route entlang der US-Ostküste angesichts des nicht allzu weit entfernten Hurrikans „José“ machen. Schließlich scheint es doch genügend Fachleute unter den rund 2.000 Passagieren an Bord zu geben, die ohnehin alles besser wissen, als die Schiffsführung. Zumindest haben wir den Eindruck, dass wir auf „Mein Schiff 6“ vorwiegend von Nautikern und Meteorologen umgeben sind, wenn wir bei den Mahlzeiten, an der Bar oder am Sonnendeck Fachsimpeleien aus der Nachbarschaft – selbstverständlich ungewollt – mithören.

Mein Schiff an der Pier in Bayonne (am Samstag)

Wir halten uns aber doch lieber an den souverän wirkenden amerikanischen Kapitän. Todd Burgman hat am Sonntag Norfolk in Virginia ausfallen lassen und steuert jetzt direkt Charleston in South Carolina an, wo wir voraussichtlich zwei Tage lang liegen werden. Anschließend soll dann die Reise – übrigens bei vorausgesagt schönem Wetter – über Cape Canaveral und Miami in Florida nach Nassau auf den Bahamas weitergehen. Beim Anlaufen von Norfolk hätten wir dort vermutlich mehrere Tage verbringen müssen, weil nach dem Auslaufen „Mein Schiff 6“ sonst möglicherweise auf Hurrikan „José“ getroffen wäre. Das erklärte uns zumindest der Kapitän – und dem vertrauen wir. Es scheint so, als hätten wir das Wettrennen mit dem Hurrikan gewonnen, vorerst zumindest.

Unsere – aufgeräumte! – Kabine auf „Mein Schiff 6“

Den ungeplanten Seetag am Sonntag haben wir bei trübem Wetter und leichtem bis mittlerem Seegang überwiegend in unserer komfortablen Kabine mit Balkon verbracht. Zwischendurch sind wir mal übers Schiff geschlendert, haben an einer der 14 Bars Halt gemacht, wo (fast) rund um die Uhr Getränke ausgeschenkt werden, die wir schon mit dem Reisepreis pauschal bezahlt haben: Vom stillen Wasser über Bier, Wein bis zu Cocktails wie Pina Colada oder Caipirinha.

Inge genießt Pina Colada zum „Frühschoppen“

Bestnoten verdient „Mein Schiff 6“ aus unserer Sicht für das ausgezeichnete Essen, das in insgesamt 12 Restaurants entweder von freundlichen Bedienungen serviert – oder als Buffets optisch ansprechend aufbereitet wird. Weil die Trinkerei und Esserei überhand nehmen könnte, haben wir an den ersten beiden Tagen schweren Herzens auf das Mittagessen verzichtet. Als sportlichen Ausgleich für die verbleibenden Kalorienschübe meiden wir die Fahrstühle und nehmen die „Niedergänge“ (so werden Treppen auf Schiffen genannt), auch für die Wege nach oben. Und das sind durchaus schon mal zehn Etagen, wenn wir vom Essen auf dem 3. Deck in den Liegestuhl auf dem 14. Deck wechseln wollen. (Wieso 10? Weil es auf den meisten Schiffen kein 13. Deck gibt).

Die Mahlzeiten auf „Mein Schiff“ 6 sind auch ein Augenschmaus

Jetzt freuen wir uns auf zwei Tage in Charleston, eine der schönsten Städte in den US-Südstaaten. Vor sechs Jahren waren wir schon einmal dort – und beobachteten, wie die Bewohner ihre Häuser verbarrikadierten, weil seinerzeit der Hurrikan „Irene“ Kurs auf die Stadt genommen hatte. Charleston blieb damals weitgehend verschont. Hoffentlich ist das ein gutes Omen, auch für uns.

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