2017 USA mit Mein Schiff Reisetagebücher

Walking down Memory Lane in Charleston

19. September 2017 | 34 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit und unfreiwillig lange Fußwege. Nach zwei Tagen in Charleston sind wir ganz schön kaputt und doch glücklich. Warum – verraten wir im 3. Teil unseres Reisetagebuchs „USA mit Mein Schiff 6“.

Blick vom Waterfront Park in Charleston auf „Mein Schiff 6“

Tatsächlich hat uns Charleston in South Carolina ganz schön gefordert. An beiden Tagen unseres Aufenthalts lagen die Temperaturen deutlich über 30 Grad und die hohe Luftfeuchtigkeit führte dazu, dass schon wenige hundert Meter nach Verlassen unseres schwimmenden Hotels „Mein Schiff 6“ die Kleidung am Körper klebte. Hinzu kam, dass wir uns am Montag beim ersten Landgang völlig in der Richtung geirrt hatten und statt beim „Visitor Center“ einige Meilen entfernt am „Battery“ ankamen und damit am anderen Ende des historischen Districts, dort wo der Ashley River in den Atlantik mündet.

Häuser an der Promenade von Charleston wurden „wetterfest“ gemacht

Von hier aus machten wir zunächst einen Spaziergang auf der Hafenmole, sahen die bunten Häuser wieder, die es uns schon bei unserem ersten Besuch vor sechs Jahren angetan hatten. Wir sahen auch, dass – genau wie damals – viele Fenster durch Holzvorrichtungen vor dem möglicherweise herannahenden nächsten Hurrikan geschützt wurden. Vor sechs Jahren, Anfang September 2011, fürchteten die Menschen in Charleston Hurrikan „Irene“. Jetzt könnte „Maria“ Probleme bereiten.

Blick vom Sonnendeck der „Mein Schiff 6“ auf Charleston

Unser Schiff am Terminal überragte zwei Tage lang die historische Altstadt. Vom Abfertigungsgebäude erreichten wir in nur wenigen Minuten zu Fuß den „City Market“ und damit die wohl wichtigste Touristenattraktion der 120.000 Einwohner zählenden Hafenstadt. Die aufeinanderfolgenden schmalen Markthallen ziehen sich vom Hafen über 380 Meter in die Innenstadt. Früher wurden hier Lebensmittel und Haushaltswaren gehandelt. Heute sind es fast ausschließlich Souvenirs – so wie die typischen geflochtenen Körbchen, die zum Teil für horrende Preise den Besuchern angeboten werden.

Ein Bummel durch den City Market gehört zum „Pflichtprogramm“ eines Besuchs in Charleston

Die Hafenstadt auf einer Halbinsel zwischen Ashley – und Cooper River hat vor allem bei konservativen Südstaatlern einen hohen Stellenwert, weil hier am 12. April 1861 der amerikanische Bürgerkrieg begann. Im White Point Gardens an der Spitze der Halbinsel ist ein Denkmal den „Konföderierten Verteidigern von Charleston“ gewidmet. Der frühere Reichtum der Stadt begründete sich vor allem auf dem Bauwollhandel. Plantagenbesitzer, die durch die Arbeit ihrer Sklaven wohlhabend geworden waren, hatten in Charleston ihre üppig ausgestatteten Stadthäuser; einige davon können heutzutage besichtigt werden.

Den historischen Teil von Charleston kann man auch in Pferdekutschen besichtigen

Wir haben diesmal allerdings auf eine solche Besichtigung verzichtet. Nach dem Motto „Walking down Memory Lane“, besuchten wir lieber noch einmal das Bubba Gump-Restaurant in der Market Street. In Erinnerung an den Spielfilm „Forrest Gump“ mit Tom Hanks in der Titelrolle, gibt es inzwischen mehr als 40 dieser Seafood-Restaurants, einige davon auch außerhalb der USA, allerdings nicht in Deutschland. Hier werden vor allem besonders lecker zubereitete Shrimps, vermeintlich nach Bubbas Rezepten, serviert.

Mit dem Schild „Run Forrest Run“ wird bei „Bubba Gump“ die Bedienung gerufen

Als wir mit Hilfe der Blechschilder „Run Forrest Run“ unsere Bestellung aufgaben, erinnerten wir uns wehmütig an unseren ersten Besuch vor sechs Jahren in diesem Restaurant. Damals war vor allem Julia so begeistert von dem lebhaften Treiben bei „Bubba Gump“, der herzlichen Bedienung und dem bunten Interieur mit den vielen Souvenirs aus dem Film. Die Zeiten ändern sich. Das Essen ist zwar immer noch lecker und auch diesmal wurden wir ausgesprochen freundlich bedient. An diesem Montagabend waren allerdings nur wenige Gäste in dem unverändert bunt dekorierten Restaurant. Und – unsere Tochter war auch nicht dabei. Sie macht zum ersten mal Urlaub mit ihrem Freund. Das ist gut so.

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