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Erster Deutscher Radiopreis – alle in einem Boot?

9. Februar 2010. „Deutscher Radiopreis wird im September erstmals verlieren“ titelt der Evangelische Pressedienst epd medien in seiner Ausgabe 9 vom 6. Februar 2010. Ein Druckfehler, weiter nichts. Doch hoffentlich kein böses Omen für die Radiobranche.

Der "verlorene" Radiopreis
Der "verlorene" Radiopreis - Auszug aus "epd medien"

Die öffentlich-rechtlichen und privaten Hörfunksender haben sich nämlich endlich zusammen gerauft und wollen am 17. September 2010 zum ersten Mal in der bald neunzigjährigen Geschichte des deutschen Radios die herausragenden Leistungen eines Jahres im Medium Radio auszeichnen. Die Galaveranstaltung aus dem angesagten „Schuppen 52“ im Hamburger Freihafen wird live im Radio und als Zusammenfassung zeitversetzt im NDR-Fernsehen gesendet.

Es wird wahrhaftig Zeit, dass die Radiosender einmal von sich reden machen wollen und aus dem Schattendasein eines „Nebenbeimediums“ heraustreten, von dem die Medienseiten der Zeitungen kaum Notiz nehmen. Nicht von ungefähr gibt es seit 5 Jahren die „Radiozentrale“, eine Gattungsinitiative, „die sich mit Leidenschaft für das Werbemedium Radio engagiert“, so Geschäftsführer Lutz Kuckuck.

Warum es so lange gedauert hat, einen solchen Radiopreis ins Leben zu rufen, mochte auf der Pressekonferenz keiner beantworten. Fakt ist, dass vor fünf Jahren ein ähnliches Unterfangen, die „German Radio Awards“, nach einem finanziellen Desaster sofort wieder eingestellt wurden. Die öffentlich-rechtlichen Stationen nahmen an dem Radio-Award nicht teil, ein maßgeblich an der Preisorganisation beteiligter Radiomanager verließ seinen Sender.

Nun also ein 2. Anlauf; diesmal seien alle mit im Boot, versicherte Lutz Kuckuck von der Gattungsinitiative „Radiozentrale“. In der Branche wird allerdings gemunkelt, unter den Privatsendern herrsche noch Uneinigkeit über den Sinn des „Deutschen Radiopreises“ – insbesondere im Hinblick auf die damit verbundenen Kosten und angesichts sinkender Werbeeinnahmen. Nach einem Bericht der Onlineausgabe des Fachblatts „Werben & Verkaufen“ soll das Event eine halbe Million Euro verschlingen. Wer das alles bezahlen wird, steht offenbar noch nicht so ganz fest. Der größte deutsche Werbezeitenvermarkter „Radio Marketing Service“ (RMS) soll  seine Mitwirkung zumindest noch nicht bestätigt haben.

Mehr über den 1. Deutschen Radiopreis steht bei hoerfunker.de

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