Tagebuch USA/Kanada – Teil 3: Shopping in New York

19. August 2009. Wer ein Hotel im Internet bucht, eincheckt, bezahlt und hinterher freundlicherweise auch noch eine Bewertung über seinen Aufenthalt Online abgibt, hinterlässt eine Menge Daten im Netz. Die seien selbstverständlich ganz sicher und für Unbefugte keinesfalls erreichbar, wird uns bei Aufruf der entsprechenden Seiten von Hotelketten, Reiseveranstaltern oder Zimmervermittlern versichert. Na, wenn das so ist, können wir ja getrost unsere Kreditkartendaten in die dafür vorgesehenen Online-Formulare eintippen. Das dachten wohl bislang auch Kunden der internationalen Hotelkette Radisson.

Shit happens. Ganz so sicher war’s mit dem Datenschutz dann wohl doch nicht. Heute teilt das Management in einer halbseitigen Anzeige in großen US-Tageszeitungen unter größtem Bedauern mit, dass im Zeitraum zwischen November 2008 und Mai 2009 irgendwelche Leute einen „nicht autorisierten Zugang“ zu den Daten der Radisson-Kunden hatten, einschließlich aller Angaben auf den Kreditkarten. Zwar seien von den Attacken nur „eine begrenzte Zahl“ von Radisson Hotels betroffen, welche das nun sind, wollte das fürsorgliche Management in seiner Anzeige allerdings nicht verraten. Dafür gab’s den guten Ratschlag, dass Kunden der Hotelkette doch gleich mal ihre Kreditkartenabrechnungen überprüfen sollten. Das ist sicherliche nicht die schlechteste Idee.

Interessant ist übrigens, dass in den redaktionellen Teilen der US-Medien bislang nichts über diesen Datenskandal zu finden ist (so würden wir in Deutschland den Vorgang wohl nennen). Es entsteht der Eindruck, dass sich Radisson mit der Anzeigenschaltung von einer vermutlich negativen Berichterstattung wohl freigekauft hat. Kein ungewöhnlicher Vorgang, angesichts rapide gesunkener Anzeigeneinnahmen der US-Presse.

Die Wallstreet ist längst wieder Anziehungspunkt für New York-TouristenBusiness as usual – und keinesfalls tiefe Depression – herrscht indes hier in New York vor. Die Wall Street ist längst wieder Anziehungspunkt für New York-Touristen.Von der Finanzkrise scheint kaum noch etwas übrig geblieben zu sein, gemessen an überfüllten Warentempeln wie dem „21 Century Department Store“ gleich gegenüber vom Bauloch, wo früher das World Trade Center stand. Auch gute Restaurants seien über Tage im voraus ausgebucht, erfuhr Gisela von New Yorker Freunden. Wir selbst machten die Erfahrung, dass für angesagte Musicals wie „Wicked“ auch mit großer Ausdauer keine Karten zu bekommen sind. Dazu mehr im nächsten Tagebucheintrag.