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Eine Bettgeschichte

Im siebten Teil unseres Umzugstagebuchs entsorgen wir unser Ehebett, kämpfen mit der Telekom und freuen uns auf die bevorstehende Abschiedsparty.

Vor 20 Jahren hat Horst das Bett vom Typ „Komfort“ im Sonderangebot bei Möbel-Kraft in Bad Segeberg erstanden, um damit sein Apartment in Plate auszustatten, wo er seinerzeit Chef des Privatsenders „Antenne MV“ war. Die Rückkehr in den Norden wird unser – mit gerade mal 1,80 Meter sehr schmales – Ehebett nicht miterleben. Unser privates Erholungs- und Vergnügungszentrum, in dem wir an so manchen verregneten Wochenenden ganze Tage verbrachten und in dem auch unsere wundervolle Tochter Julia in Lütjensee bei Hamburg im Herbst 1997 „ihren Ursprung nahm“, ist jetzt reif für den Müll. In Hamburg wollen wir uns endlich den langgehegten Wunsch nach einem echten amerikanischen „Boxspringbett“ erfüllen. Aus unseren Urlauben in den USA wissen wir, dass „ältere Herrschaften“ wie wir auf den komfortablen Doppelmatratzen der „Springbock-Betten“, (Horst) besonders erholsam schlafen.

Großartig beansprucht wurde unser Doppelbett in den vergangenen Wochen ohnehin nicht. Um unser Umzugschaos irgendwie in den Griff zu bekommen, haben wir teilweise „in Schichten“ geschlafen: Während Horst frühmorgens aufstand, bin ich von der „Rümpelei“ völlig ermattet ins Bett gefallen. Unser Umzug scheint dennoch lösbar zu sein, wenn da nicht die Telekom mit ihren „Attacken“ wäre.

Von wegen unseren Telefon- und Internetanschluss einfach von Stephanskirchen nach Hamburg ummelden. So einfach geht das wirklich nicht. Nach unzähligen Telefonaten mit Service-Centern, irreführenden Auskünften und widersprüchlichen schriftlichen Bestätigungen habe ich den Eindruck, dass niemals zuvor einer der Millionen Kunden des größten deutschen Telekommunikationsunternehmens seinen Wohnsitz gewechselt hat. Inzwischen scheint auch „Kabel Deutschland“ gefallen an solchen Verwirrspielen gefunden zu haben und bombardiert uns mit irrsinnigen Bestätigungen für Dinge, die wir gar nicht wollen und auch nie bestellt haben.

Zum Glück hat die Telekom noch nicht unseren Festnetzanschluss in Stephanskichen „abgeklemmt“. In den vergangenen Tagen riefen uns Freunde aus fast allen Teilen Bayerns an, die wir zu unserer „Umzugskistenparty“ am kommenden Samstag eingeladen haben. Fast alle haben zugesagt. Bei original bayerischem Schweinsbraten, Knödel, Kraut und den entsprechenden Getränken lassen wir’s nochmal so richtig krachen. Anschließend werden wir uns dann auf die verbliebenen Matratzen fallen lassen. Schließlich wird unser „Komfort“-Bett zu diesem Zeitpunkt längst auf dem Müll gelandet sein.