2010 USA-Westküste Reisetagebücher

Killerwale und Mörderpreise

Tagebuch US-Westen, Teil 3: Sea World in San Diego

19. August 2010. Es gibt so etwas wie „Pflichtprogramme“ auf fast jeder Reiseroute. Wer – zumindest zum ersten Mal – nach San Diego kommt, sollte sich einen Tag Zeit für Sea World nehmen. Genau das haben wir am Donnerstag gemacht und zehn Stunden lang Orcas (Killerwale), Delphine Haie, Seelöwen und viele andere Meerestiere in den riesigen Becken und Aquarien beobachtet sowie während der legendären Shows bestaunt. Zwischendurch gab’s Fahrten auf Wildwasserbahnen, eine gewagte Hubschrauberexpedition in die Antarktis sowie 4D-Kino mit den Helden der Sesamstrasse.

Was ist 4D? Ganz einfach – neben den inzwischen hinlänglich bekannten Spezialeffekten des 3D-Kinos, die in Sea World perfekt und dazu auch noch witzig dargeboten werden, gibt‘ s hier für die Besucher gelegentlich auch noch kurze Duschen, wenn Ernie beispielsweise mit der Wasserpistole wild um sich spritzt.

So ein unterhaltsamer Tag hat allerdings auch seinen Preis, zumal in Südkalifornien, wo die Preise deutlich über dem Niveau der Ostküste liegen. Der Eintritt zur Sea World kostet allein schon 69 Dollar pro Person, auch für Kinder ab zehn Jahren. Immerhin hatten wir Glück. In der Warteschlange vor der Kasse am Eingang, erhielt ich von einem Mitwartenden unvermittelt einen Gutschein über 20 Dollar zugesteckt, der für die ganze Familie akzeptiert wurde. Von den eingesparten 60 Dollars konnten wir die Nebenkosten begleichen. Die sind bei Sea World besonders happig: Ein Eis am Stiel gibt’s für 3,69 Dollar, eine kleine Flasche Wasser kostet drei Dollar und für ein Mini-Hotdog sind gar sieben Dollar fällig; jeweils plus Steuer, versteht sich. Zuvor hatten wir den Mietwagen bereits für zwölf Dollar auf dem Parkplatz am Gelände abgestellt.

Und trotzdem hat es sich gelohnt. Sea World bietet so viele unterschiedliche Attraktionen, dass vor allem Kinder einen Tag nicht nur grenzenlosen Spaß haben, sondern in den Aquarien nebenbei auch noch einiges über Meerestiere und Flussbewohner lernen können. Enttäuscht waren wir lediglich von der Delphin-Show, ehemals das Aushängeschild des  Parks. Statt Flippers Erben schwammen und tauchten vor allem Artisten in dem Becken des „Dolphin Stadiums.“Die in diesem Jahr erstmals aufgeführte Show unter dem Titel „Blue Horizons“ wirkte auf uns eher wie ein zwar üppig ausgestattetes, allerdings schlecht inszeniertes Broadway-Musical in dem die Delphine eigentlich nur noch Nebenrollen hatten. Schade.