2014 USA-Texas Reisetagebücher

Landung in einer anderen Welt

Keine Texashüte, nur freundliche Menschen und eine blitzsaubere Stadt Fort Worth: Was uns in den ersten Stunden unseres Texas-Aufenthalts sonst noch aufgefallen ist, berichten wir im vierten Teil unseres Reisetagebuchs „Apple and Steaks“.

Die Entfernung von New York bis Fort Worth beträgt rund 2.200 Kilometer Luftlinie. Unser Flug von Newark bis Dallas/Fort Worth dauerte heute Nachmittag gut dreieinhalb Stunden. Und dennoch haben wir heute Abend das Gefühl, in einer anderen Welt gelandet zu sein. Heute Vormittag noch das hektische Treiben in Manhattan, die verstopften Straßen durch die sich unser Taxifahrer den Weg zum Flughafen teilweise nur im Schritttempo bahnen konnte.

In Fort Worth, der ersten Station auf unserer Ferienreise durch Texas, scheint alles deutlich ruhiger zuzugehen und auch zuvorkommender als im Big Apple. Beim ersten fragenden Blick nach der Ankunft am Großflughafen Dallas/Fort Worth – wo geht’s hier wohl zur Mietwagenstation? – wies uns sofort ein freundlicher älterer Herr den richtigen Weg. Ob bei der Übernahme unseres Mietwagens am Flughafen, an der Rezeption unseres Hotels unweit des Stadtzentrums beim Check in oder in Riscky’s Barbeque Restaurant – wo wir am Abend unsere ersten „butterweichen“ Texas-Steaks – übrigens zu unglaublich günstigen Preisen – heißhungrig verschlangen, überall trafen wir hier bislang nur auf freundliche Menschen, die uns das Gefühl gaben, als Gäste im Lone Star State herzlich willkommen zu sein.

Überrascht waren wir in den ersten Stunden unseres Aufenthalts vor allem von Fort Worth. Die Nachbarstadt der Millionenmetropole Dallas hat zwar selbst rund 750.000 Einwohner, das Zentrum lässt sich dennoch schnell erkunden. Von dem mächtigen Gerichtgebäude Tarrant County Courthouse im Norden erreichten wir über die Main Street schon nach wenigen Minuten den Sundance Square mit Wasserspielen, zahlreichen Sitzmöglichkeiten auf dem großen Platz, einigen Bars und Restaurants an den Seiten und sichtlich gut gelaunten Menschen, die zu den Songs von Straßenmusikern begeistert mitklatschten.

Dazu kann Fort Worth in Sachen Sauberkeit mit jeder gepflegten skandinavischen Stadt problemlos mithalten. Wir haben noch nie ein dermaßen blitzsauberes Stadtzentrum auf unseren Reisen gesehen – in den USA und auch in Deutschland nicht. Wer auf dem Sundance Square seinen leeren Eisbecher achtlos wegwirft, könnte Ärger mit dem diensthabenden Police Officer bekommen, der ansonsten sichtlich entspannt auf einem Segway Personal Transporter seine Runden durch das Zentrum der „Welt-Cowboy-Hauptstadt“ (dazu morgen mehr) dreht.

Noch etwas ist uns aufgefallen: Die berühmten Texashüte haben wir an unserem ersten Abend in Fort Worth lange Zeit vergeblich gesucht. Nach mehreren Stunden ist uns dann tatsächlich ein Texashutträger über den Weg gelaufen. Allerdings sprach der französisch – und ist wohl auch „nur“ ein Tourist in Fort Worth, genau wie wir.