2012 East-West-Central Reisetagebücher

Moderne Technik statt moderner Kunst

4. Teil unseres Reisetagebuchs „East-West-Central“: New York mit dem schönsten Apple Store in der Grand Central Station, Menschenmassen bei Macy’s und am Times Square – aber ohne Museum of Modern Art.

Wir hatten es uns doch so fest vorgenommen: Heute Vormittag wollten wir endlich etwas Kunst und Kultur in unser Reiseprogramm aufnehmen. Beim dritten Aufenthalt in New York sollte nun wirklich das Museum of Modern Art besucht werden. Und wo sind wir gelandet? Im vermutlich schönsten aller Apple Stores. Der wurde im Dezember des vergangenen Jahres in der Grand Central Station eröffnet und nimmt fast die gesamte Balkonetage dieses prachtvollen Bahnhofsgebäudes in Midtown Manhattan ein. Wir wollten nur mal kurz reinschauen – und sind dann doch mehr als zwei Stunden geblieben. Also haben wir unser Motto des Tages leicht verändert: Statt moderner Kunst, nunmehr moderne Technik.

Eigentlich waren wir am Vormittag nur zur Grand Central Station gefahren, um in der „Fressgasse“ im Untergeschoss zu frühstücken. Das ist dort zwar nicht unbedingt ein Schnäppchen, aber dafür recht originell. Für 6,40 Dollar gibt’s zum Beispiel einen angeblich fettarmen Jogurt mit irgendwelchen Körnern, der so mächtig ist, dass selbst Horst die Hälfte der Portion stehen lassen musste. So gesehen, war das Frühstück doch noch preiswert.

Weil ich gerade beim Essen bin: Zum Lunch haben wir uns heute bei einem chinesischen Deli in der Nähe unseres Hotels mit Caesar’s Salat (offenbar nach Pekinger Art wegen der ungewohnten Schärfe), Meeresfrüchten und Obst eingedeckt. Verzehrt haben wir unsere Leckereien am Herald Square, eine kleine mit Stühlen und Tischen bestückte Grünfläche, direkt vor Macy’s, dem nach eigenen Angaben größten Kaufhaus der Welt. Dort war heute mal wieder „Super Sale“ und damit verbunden ein so „höllischer“ Betrieb, dass wir nach einer Stunde regelrecht „geflüchtet“ sind. Selbst Julia, die schon allein altersbedingt „Rummel“ an sich mag, meinte heute Abend: „New York finde ich klasse, aber leben möchte ich hier nicht. Das sind mir einfach zu viele Menschen.“

Die fanden sich zu Tausenden auch heute Abend am Times Square ein. Einfach um den teilweise kitschigen Lichterglanz an der Kreuzung zwischen Seventh Avenue und Broadway zu bewundern und – genau wie wir – unzählige Digitalfotos zu produzieren. Das werden wir auch in den nächsten Tagen weiterhin tun – zum Beispiel ab Sonntag gut 3.800 Kilometer weiter westlich in Seattle.