Tagebuch US-Westen, Teil 9: Ausflug zum Hoover Damm und mehr.

Eine Werbetafel wurde zum Monument

25. August 2010. Es gibt unscheinbare Dinge, die es irgendwie schaffen, weltberühmt zu werden. So wie das Schild „Welcome to Fabulous Las Vegas“. Das  Wahrzeichen des Zocker- und Entertainment-Paradieses steht rund einen Kilometer hinter dem letzten Hotelkomplex auf dem Mittelstreifen des Las Vegas Boulevards (genannt „Strip“) in südlicher Richtung.

Bis vor einigen Jahren habe das Schild regelmäßig für Verkehrsstaus gesorgt, hatte uns am Mittag die freundliche Dame vom Visitor Information Center in Boulder City erzählt. Touristen, die über den „Strip“ nach Las Vegas kamen, wollten das zum Monument gewordene Reklameschild unbedingt fotografieren und ließen ihre Autos einfach so lange auf der dreispurigen Straße stehen, bis die gewünschten Aufnahmen im Kasten waren. Inzwischen wurde eigens ein Parkplatz auf dem mittleren Grünstreifen des Strips angelegt. Trotzdem soll es gelegentlich immer noch zu Behinderungen kommen, weil die Kapazität der Stellflächen zu Spitzenzeiten wohl nicht ausreicht. Wir hatten Glück – außer uns wollten am späten Mittwochnachmittag nur ein gutes Dutzend weiterer Touristen die bereits 1959 im Auftrag eines Geschäftsmanns errichtete Werbetafel fotografieren.

Die gewaltige Staumauer des Hoover Damms

Weniger mit anderen Touristen, sondern vielmehr mit der großen Hitze hatten wir zuvor am Hoover Damm gekämpft. Unten wird das Wasser des Colorado gestaut, um mit der dort gewonnenen Elektrizität unter anderem den gigantischen Energiebedarf von Las Vegas und Teilen Süd-Kaliforniens zu decken. Oben auf der Staumauer, über die PKWs (noch) fahren dürfen, schwitzen an diesem Nachmittag die wenigen Touristen. Bei 43 Grad verschwinden die Besucher schon nach wenigen Blicken von der gewaltigen Staumauer entweder im gekühlten Visitorcenter oder in ihren Autos, um mit voll aufgedrehter Klimaanlage ins rund 50 Kilometer entfernte Las Vegas zurückzufahren.

Das haben wir auch gemacht und uns als Belohnung für die Schwitzerei am Nachmittag ein Dinner-Buffet im „Treasure Island“ gegönnt. Zum Pauschalpreis von 20 Dollar pro Person hätten wir uns bis zur Selbstaufgabe an dem enormen Speiseangebot bedienen können. Wir haben uns dann doch zurückgehalten, weil fast nach jedem Bissen die Erkenntnis reifte, dass auch Buffets in den USA häufiger mehr Schein als Sein sind.