2009 USA-Ostküste 1 Reisetagebücher

Schlechte und traurige Nachrichten

Tagebuch USA/Kanada – Teil 10: Edward Kennedy

26. August 2009. Als wir vor vier Jahren in Rom waren, gab’s ein Erdbeben, das nach (deutschen) Medienberichten die ganze Stadt „erschütterte“ und „Panik ausgelöst“ haben soll. Die Gewalt des Erdbebens wurde seinerzeit von dpa & Co. kräftig befördert. Wir selbst bekamen kaum etwas mit. Vor drei Jahren, am letzten Tag unserer Städtereise nach London, wurde Terroralarm ausgelöst und alle Flughäfen geschlossen. Von „Panik“ – wie in den Medien verbreitet – war in der britischen Metropole allerdings nichts zu spüren. Einen Tag später konnten wir sogar pünktlich unseren Rückflug nach München antreten. Letztes Jahr „bedrohte“ ein Hurrikan New York, ausgerechnet als wir dort waren. Wir bekamen allerdings nur einen kräftigen Regenschauer kurz vor unserem Abflug nach Deutschland mit.

Auch in diesem Jahr gibt’s schlechte Nachrichten. Heute Nacht ist Edward Kennedy, der einflussreiche Senator und jüngste Bruder von John F. Kennedy, in Hyannis auf Cape Cod verstorben. Ausgerechnet hier verbringen wir zurzeit drei Urlaubstage. Auf dem Programm stand für heute eigentlich ein Besuch des Kennedy-Museums an der Main Street, eventuell auch eine Hafenrundfahrt durch Hyannis Port, die als „Highlight“ einen freien Blick auf das Anwesen des Kennedy-Clans einschließlich „enough time for taking pictures“ verspricht. Wir müssen unser Programm also kurzfristig ändern, weil Hyannis – laut TV-Berichten – inzwischen „einer Festung gleicht“.

TV-Reporterin vor dem Kennedy-Museum in HyannisDie amerikanischen Fernsehstationen berichten seit Stunden in ununterbrochenen Sondersendungen über Ted Kennedy, sein Leben, seine politischen Verdienste, aber auch über die privaten Entgleisungen. Auch für uns ist die Nachricht von seinem Tod nicht nur eine schlechte -, sondern vor allem auch eine traurige Nachricht.