Tagebuch US-Westen, Teil 8: Ausflug zum Grand Canyon

25. August 2010. Am Dienstag hatte ich für einige Minuten richtig Angst um meine beiden Mädels. Als ich dann später im Hotel den Videoclip ansah, war ich allerdings mächtig stolz auf sie: Inge und Julia hatten sich am South Rim des Grand Canyon in schwindliger Höhe von rund 1.800 Metern auf einen nur etwa 1,5 Meter breiten Felsvorsprung gewagt. Kaum zu glauben – der Aussichtspunkt ist weder durch Geländer gesichert, noch gibt es Warnschilder, wo doch sonst in den USA vor jeder Stufe ausgiebig gewarnt wird: „Watch your Step!“

Weil wir wegen der langen Fahrten unseren ursprünglichen Plan fallen ließen, den Grand Canyon mit dem Auto zu besuchen, haben wir einen organisierten Ausflug mit einer Propellermaschine der „Vision Air“ von Las Vegas aus nach Tusayan am South Rim gemacht. Während des gut halbstündigen Flugs konnten wir den Colorado River in den Canyon-Schluchten, Lake Mead und den Hoover Dam gut sehen, vom South Rim selbst allerdings nicht all zuviel. Dafür wurden wir während der Busrundfahrt entschädigt, die zu den beiden wichtigsten Aussichtspunkten „Mother Point“ und „Yavapai“ führte. An beiden Stationen hatten wir ausreichend Zeit, um unzählige Fotos, zahlreiche Videoaufnahmen und auch kleine Spaziergänge zu machen, die Inge und Julia schließlich sogar an den Abgrund am Yavapai Point Lookout führten.

Der Spaß ist zwar nicht ganz billig – wir waren nach dem achtstündigen Ausflug allerdings überzeugt, dass sich jeder Cent der rund 200 Dollar (pro Person) gelohnt hat; auch wenn die Flugbegleiterin von „Vision Air“ wie ein Drillmaster der US-Army wirkte und Erklärungen während der Flüge fehlten. Dafür gab’s allerdings reichlich Prospekt- und Kartenmaterial mit dem man sich bei freier Sicht auch in der Luft bestens orientieren konnte. (Horst)