Tagebuch US-Westen, Teil 12: Am Mono Lake und in der Geisterstadt Bodie.

Ein weiterer Höhepunkt unserer Reise: Der Mono Lake

28. August 2010. Wir wollen die Leser unserer Tagebucheinträge keinesfalls mit Wettermeldungen langweilen. Allerdings kommen wir nicht umhin darauf hinzuweisen, dass nach unserem persönlichen Hitzerekord im Death Valley am Freitag mit 51,1 Grad (wohlgemerkt in Celsius), die Temperaturen nur 24 Stunden später auf fast den gleichen Wert – allerdings nach Fahrenheit – abgesunken sind. Als wir heute am späten Nachmittag in South Lake Tahoe ankamen, waren es gerade mal 55 Grad Fahrenheit – oder 12,8 Grad Celsius.

Dazwischen lag eine Autofahrt von nicht einmal 400 Kilometer entlang der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada in Richtung Norden. Eigentlich hatten wir zwei Tage für den Yosemite National Park eingeplant. Weil jedoch offenbar im Umkreis von 50 Meilen kein Zimmer mehr zu bekommen war und außerdem für den über 3.000 Meter hohen Tioga Pass sogar Schnee vorausgesagt wurde, haben wir unsere Reiseroute kurzfristig geändert und stattdessen den Mono Lake besucht.

Bizarre Formationen am Mono Lake

Der Salzsee bei Lee Vining am östlichen Ausgang des Yosemite Parks fasziniert vor allem durch seine aus dem Wasser herausragenden Kalktuff-Formationen. Diese Gebilde wurden allerdings erst sichtbar, nachdem im vergangenen Jahrhundert durch übermäßige Wasserentnahmen zur Versorgung von Los Angeles der Pegel des Sees dramatisch abgesunken war. Seit Mitte der 1990er Jahre wird die Wasserableitung reduziert und das Wasser steigt allmählich wieder an.

Es gibt unzählige Abbildungen von den bizarren Gesteinsformationen. Besonders stolz ist man hier offenbar darüber, dass die Gruppe Pink Floyd ein Motiv vom Mono Lake als Innencover für ihr 1975 erschienenes Album „Wish you were here“ verwendete. Zumindest fehlt dieser Hinweis in keinem der Prospekte über den See und die Ferienregion im Mono County, die in kalifornischen Visitor Centers kostenlos angeboten werden. Eigentlich schade, dass dem Mono Lake zumindest in den uns bekannten deutschsprachigen Reiseführern kaum Bedeutung beigemessen wird.

Die Geisterstadt Bodie in der Nähe des Mono Lakes

Am Samstagnachmittag sind wir dann in die Geisterstadt Bodie gefahren, die nur einige Meilen nördlich des Mono Lakes am Ende einer Schotterpiste in den Bergen liegt. Ende des 19. Jahrhunderts tummelten sich hier Tausende von Goldgräbern. Zur Versorgung und Unterhaltung gab’s Geschäfte, angeblich über 60 Salons und mehrere Bordelle. Davon ist heute kaum noch etwas zu erahnen. Dennoch erschien uns der Abstecher in die Geisterstadt lohnenswert, weil noch Dutzende Gebäude samt Inneinrichtungen in unverändertem Zustand für sieben Dollar Eintritt zu besichtigen sind. Erfreulich ist, dass in Bodie auf blödsinnigen Wildwest-Rummel verzichtet wird.